Orte der Begegnung schaffen
ausprobiert in Neuwied

Begonnen hat alles mit einem ausrangierten Gartenhaus, das ein neues Zuhause hinterm Neuwieder Kirchensaal gefunden hat. Mit tatkräftiger Hilfe einzelner Gemeindemitglieder wurde das Häuschen abgebaut und anschließend an neuem Ort wiedererrichtet. Motivierte Menschen, blaue Farbe sowie eine Möbelspende sorgten schließlich dafür, dass dadurch ein Treffpunkt für unser „Kaffee nach elf“, das Brüderstübchen und weitere Veranstaltungen im Freien entstanden ist.
Doch dabei ist es nicht geblieben. Nach einem Sommer mit vielen schönen gemeinsamen Abenden entstand die Idee, das Areal weiter auszubauen – und so blieb das blaue Häuschen nicht lange allein. Eine rote Hütte gesellte sich dazu. Diese dient nun als Lager, wird aber bei Veranstaltungen schnell zu einem Atelier oder einer Stöberstube. Zudem hat sie einen überdachten Außenbereich, der nicht nur für Veranstaltungen, sondern auch von der Nachbarschaft oder von den Erzieherinnen des Kinderhauses gerne für ein Beisammensein und die eine oder andere Pause genutzt wird. Auch vor und nach Versammlungen oder Sitzungen sind hier oft Gemeindemitglieder anzutreffen, die in netter Runde beisammensitzen.
2025 hat das Projekt „Kirchgarten gestalten“ nochmal Fahrt aufgenommen. Zuerst war auch das nur eine Idee, doch schnell ging das gemeinsame Träumen wieder ins Umsetzen über. Dank einer Spendensammlung innerhalb der Gemeinde kam noch eine gelbe Hütte hinzu. Sie soll in der kommenden Zeit vor allem als kleine Gartenküche und als weiterer Stand für Feste und Veranstaltungen dienen. Zudem bietet auch sie einen überdachten Bereich für Treffen verschiedenster Kreise und Gruppen sowie für Veranstaltungen. Dank weiterer Motivation wurde, fast nebenbei, bei dieser Gelegenheit auch für die blaue Hütte noch ein Vordach gezimmert, sodass hier nun eine Außentheke entstanden ist. Von der ersten bis zur dritten Hütte wurden es stetig mehr Beteiligte und so packten unzählige Hände mit an, als an einem „Werkelwochenende“ letztlich mit Groß und Klein gemeinsam die gelbe Hütte aufgebaut wurde.
Viele Hände – schönes Ende. Warum steht das hier alles? Die Antwort ist einfach: Weil es um so viel mehr als bunte Hütten geht. Es geht darum, was möglich ist. Oftmals braucht es nicht mehr als eine ausrangierte Gartenhütte, eine Idee und den entscheidenden Funken Willen zum Ausprobieren, um als Gemeinde neu zusammenzuwachsen. Ein Projekt wie dieses kann ungeahnte Kräfte freisetzen. Und das Schönste daran: Alle, die neugierig sind und Lust haben, können ein Teil davon sein. Denn Möglichkeiten, sich zu beteiligen, gibt es allerhand: vom direkten Handwerken bis hin zur Verpflegung und der Unterstützung nicht nur auf finanzieller Ebene, sondern auch durch Interesse, Vorbeischauen und liebe Worte. Alle können sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten einbringen und dabei die anderen ganz neu oder neu kennenlernen. Das macht nicht nur unheimlich Spaß. Nein, Projekte wie dieses bringen Menschen jeden Alters zusammen, wecken Neugier auf die Gemeinschaft und Lust auf mehr.
Aber Achtung, es kann auch Nebenwirkungen haben: Der Kirchgarten in Neuwied sieht nun beinahe aus wie ein kleines Feriendorf und genauso fühlt es sich an. Er ist ein Ort der Begegnung, ein Ort für Auszeiten vom Alltag, für Raumtreffen, Gemeindekreise, kulturelle Veranstaltungen, kleine Märkte, Konzerte und so vieles mehr.
Und damit nicht genug: Im Zweifel entstehen dabei noch weitere Ideen, wie wir gemeinsam Gemeinde gestalten können. Wir dürfen gespannt sein und uns freuen.
Angelika Fitzner, Neuwied
„STERNEGARTEN“ – Die Neuwieder Geh-mit-Aktion
Die Erinnerungen an den Sternegarten hinter der Kirche im Advent sind noch lebendig. Viele fleißige Hände haben dazu beigetragen, dass ein wunderschöner Ort entstand, an dem sich die unterschiedlichsten Menschen treffen und gemütlich beisammen sein konnten. Als Erlös des Basars konnten 1.416,05 € an die Wohnungslosenhilfe der Caritas überwiesen werden.
Gemeinsam etwas aufzubauen und viele dazu einzuladen, hat Spaß gemacht. Die Einsatzfreude war groß. Beim Werken, Basteln und Backen im Vorfeld, beim Auf- und Abbau, bei den Stand- und Küchendiensten waren eigentlich alle aktiven Gemeindemitglieder auf irgendeine Art und Weise eingebunden.
Die Hosiannastunde und die Adventssingstunden waren in den „Sternegarten“ eingebettet. Kurz vor den Veranstaltungen zog die Gruppe der Jungbläser die Aufmerksamkeit der Besucher mit Advents- und Weihnachtsmelodien auf sich. Anschließend wurde zu den Singstunden eingeladen und viele Gäste aus der Stadt, der Nachbarschaft und den verschiedenen Freundeskreisen haben sich einladen lassen. So musizierten die Bläser, der Kirchenchor und der Organist in einem gut besuchten Saal und feierten die Singstunden mit uns.
Wir freuen uns schon auf den nächsten Sternegarten!
Mit herzlichen Grüßen im Namen des Ältestenrates der Brüdergemeine Neuwied
Annerose Klingner-Huss und Christoph Carstensen








