ausprobiert in Neudietendorf

 

 

Gott zu dienen – und sich von Gott dienen zu lassen! – ist auf vielfache Weise möglich. Sowohl im stillen Kämmerlein als auch in der Gemeinde. In der Brüdergemeine kennen wir verschiedene Formen gottesdienstlicher Versammlungen. Das gemeinsame Singen spielt dabei eine große Rolle.
Aber - können wir auch gemeinsam still sein? Seit ich dies einmal bei den Quäkern erlebt habe, treibt mich diese Frage um. Deshalb habe ich 2021/2022 im Geistlichen Zentrum Schwanberg bei Würzburg die Ausbildung der Bayerischen Landeskirche zum Anleiter in christlicher Meditation absolviert.
Seit zweieinhalb Jahren biete ich in Neudietendorf jeden Monat an einem Samstag um 15 Uhr die Meditation an. Nach dem Sonnengebet – einem Gebet im Stehen mit Bewegungen – und einer Körperübung im Sitzen spreche ich mehrmals ein kurzes und einprägsames, aufbauendes Bibelwort. Mit der Klangschale beginnt eine 20-minütige Zeit der Stille im Sitzen. Mit ihr wird sie danach auch wieder beendet. Zum Schluss folgen ein kurzes Gebet und die Segensbitte, wiederum im Stehen. Wem das körperlich schwerfällt, kann natürlich auch sitzen bleiben. Danach tauschen wir uns über das Erlebte aus.
Ein Blick in die Kirchengeschichte zeigt, dass es Meditation schon in der Alten Kirche gab. Nachweisbar ist sie seit dem späten 3. Jahrhundert bei den Wüstenvätern, Mönchen, die in der Wüste ein zurückgezogenes Leben führten. Man muss sich also nicht unbedingt fernöstlichen Religionen zuwenden, um meditieren zu können!

Christian Theile, Neudietendorf