1. März 1457: Anfang der Brüder-Unität


Bereits vor der Reformation durch Martin Luther versuchen Menschen, die Missstände der Kirche zu überwinden. Sie suchen eine Gesellschaftsordnung, dich sich komplett auf die Lehren von Jesus Christus gründet. Im Jahr 1457 ziehen sich deshalb einige Männer und Frauen in das Dorf Kunvald (heute Tschechien) zurück und orientieren sich als „Böhmische Brüder“ an der Bergpredigt von Jesus (Matthäus 5-7). Die Brüder-Unität ist geboren.

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3. Mai 1728: Beginn der Losungen in Herrnhut


In der noch jungen Siedlung Herrnhut wollen die Einwohner*innen allen Streit überwinden und sich ganz auf Jesus Christus hin ausrichten. Um das zu unterstützen, hat Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf als geistlicher Leiter der Siedlung einen genialen Einfall: Am Abend des 3. Mai 1728 spricht er der anwesenden Gemeinde ein kurzes Wort zu, das sie den kommenden Tag über begleiten und miteinander ins Gespräch bringen soll. Seit diesem Tag vor beinahe 300 Jahren gibt es die Losungen nun schon ununterbrochen, mittlerweile in etwa 60 Sprachen.

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17. Juni 1722: Aufbau von Herrnhut begonnen


Im 18. Jahrhundert können evangelische Christen in Böhmen und Mähren (heute Tschechien) ihren Glauben nicht mehr ungestört ausleben. Etliche Nachfahren der Böhmischen Brüder fliehen deswegen über die Grenze nach Sachsen. In Berthelsdorf (Oberlausitz) lassen sich einige von ihnen auf dem Gut des Grafen Nikolaus Ludwig von Zinzendorf nieder. Bald darauf dürfen sie in der Nähe eine neue Siedlung anlegen: Herrnhut. Am 17. Juni fällt der Zimmermann Christian David den ersten Baum zum Aufbau des Ortes.

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6. Juli 1415: Jan Hus stirbt den Märtyrertod auf dem Konzil in Konstanz


Die Brüder-Unität beruft sich auch auf Jan Hus, einen der wirkmächtigsten Theologen seiner Zeit. Einigen Lehren der damaligen Kirche steht er diametral gegenüber. Vor allem prangert er die Habgier vieler seiner Kollegen an. Und: Hus predigt in der Prager Bethlehem-Kapelle auf Tschechisch und nicht wie damals üblich auf Lateinisch. Als er auch noch den Ablasshandel angreift, mit dessen Erträgen der Papst einen Krieg finanzieren will, wird Hus zunehmend bedrängt. Schließlich wird er aus Prag verbannt und im Jahr 1415 bei einem Konzil in Konstanz als Ketzer verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

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13. August 1727: Abendmahlsfeier in der Kirche zu Berthelsdorf – Zusammenschluss der Einwohnenden Herrnhuts zur Brüdergemeine durch den Geist Gottes


In ihren Anfangsjahren erlebt die Siedlung Herrnhut eine rasante Entwicklung: Immer neue Glaubensflüchtige wollen in der Gemeinschaft „unter des Herrn Hut“ leben, andere verlassen den Ort hingegen bald wieder. Die Menschen in Herrnhut möchten hingebungsvoll Christus nachfolgen. Und doch: Über die Frage, wie das geschehen soll, entsteht teils heftiger Streit. Erst im Laufe des Sommers 1727 finden sie einen gemeinsamen Weg. Ganz begeistert erleben sie ein Abendmahl am 13. August. Im Tagebuch der Gemeinde heißt es dazu: „Wir lernten lieben“. Nun verstehen sie sich als Geschwister miteinander verbunden, weshalb der Tag als Gründungsdatum der Herrnhuter Brüdergemeine gilt.

21. August 1732: Aussendung der ersten Missionare aus Herrnhut


Im Jahr 1731 bekommt die Herrnhuter Gemeinde Besuch von Anton Ulrich, der als freigekaufter Sklave mittlerweile am dänischen Königshof arbeitet. In Herrnhut berichtet er über versklavte Menschen, die aus Afrika verschleppt wurden, um in der Karibik unter grausigen Bedingungen Zwangsarbeiten zu verrichten. Erschrocken von den Erzählungen fassen die Zuhörenden den Entschluss, den Unterdrückten zu helfen. Am 21. August 1732 machen sich schließlich zwei Männer, Leonhard Dober und David Nitschmann, auf den beschwerlichen Weg in die Karibik. Ihnen folgen noch in den kommenden Jahrzehnten Hunderte weiterer Männer und Frauen.

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13. November 1741: Alle Brüdergemeinen ehren Jesus Christus als Haupt und Ältesten seiner Gemeinde


Leonhard Dober war nicht nur einer der ersten Herrnhuter Missionare, sondern hat auch ein wichtiges Amt inne: Seit 1735 ist er als Generalältester der Brüdergemeine für den Zusammenhalt der damals schon weit verbreiteten Kirche verantwortlich. Doch das Amt ist zu groß für ihn, Dober möchte zurücktreten. Im September 1741 kamen nun Brüder und Schwestern zu einer Synode in London zusammen. Sie berieten, wer für das Amt eines Generalältesten geeignet wäre. Ein Blick in das Losungsbuch öffnete ihnen die Augen: Weist meine Kinder und das Werk meiner Hände zu mir! (Jesaja 45,11). Nun wird ihnen klar: Niemand als Jesus allein kann als Ältester die Brüdergemeine anführen. Damit diese wichtige Entscheidung rechtzeitig alle Gemeinden erreichen könne, wird der 13. November 1741 zum Ältestenfest erklärt. Fortan und bis in die heutige Zeit ist Jesus Christus Haupt und Ältester seiner Gemeinde.