ausprobiert in Neuwied

 

 

„Gemeinde spielt“. So hieß es Ende Juni in der Brüdergemeine Neuwied. Entstanden war die Idee bei der Gemeindewerkstatt, bei der wir uns auf die Suche nach neuen Gottesdienstformaten gemacht haben. Eine Frage lautete: „Was möchtet ihr miteinander erleben?“. Darunter drei Wörter als Antwort: „Kegeln im Kirchsaal“. Gesagt, getan! Zu Beginn hörten wir eine Andacht über die Leistungsgesellschaft, die uns in vielen Bereichen zur effizienten Nutzung der Zeit zwingt. Damit verbunden stellt sich die Frage, wer uns eigentlich sagt, wann unsere Zeit „gut genutzt“ ist. Dem gegenübergestellt wurde die Zeit, die Gott uns schenkt, einander zu begegnen und Gemeinschaft zu erleben. Wir können nicht immer schneller, länger und mehr arbeiten. Pausen sind wichtig, so das Fazit. Sie schaffen Raum: Raum für die Dinge, die einen Wert haben, der nicht in Geld zu messen ist, Raum um aufzutanken und Gott nahe zu sein, Raum für Begegnung, Mitmenschlichkeit und Gemeinschaft. Dies durften wir auch ganz praktisch erfahren. Im Wechsel wurde gespielt und das eine oder andere interessante Gespräch geführt. Wir haben gesungen, gebetet und sind zur Ruhe gekommen. Auch nach der Versammlung blieben wir noch lange zusammen, erst zum Kaffee nach elf und manche spontan auch noch zum gemeinsamen Mittagessen mit den Familien des Kinderzeltwochenendes.

 

Angelika Fitzner, Neuwied