ein Rückblick


von Nadra Echteld, Jane Carter und Susanne Gärtner

 

Vom 14. bis 18. Mai 2026 kamen 50 Schwestern der Herrnhuter Brüdergemeine aus ganz Europa zur 14. Europäischen Schwesternkonferenz (European Women's Conference – EWC) zusammen. Die Teilnehmerinnen reisten unter anderem aus den Niederlanden, Albanien, Deutschland, England, Schweden, Tschechien und Estland an. Veranstaltungsort war das Konferenzzentrum High Leigh in Hoddesdon (England), ein Ort, an dem sich regelmäßig Kirchenmitarbeiterinnen aus aller Welt zu Begegnung, Austausch und gemeinsamer Glaubensvertiefung treffen.

Gleich am Ankunftstag setzten die Frauen ein sichtbares Zeichen der Solidarität: In schwarzer Kleidung unterstützten sie die Initiative „Thursday in Black“, eine Kampagne des Ökumenischen Rates der Kirchen gegen geschlechtsspezifische Gewalt.
       Im Eröffnungsgottesdienst stand das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Matthäus 20,1–16) im Mittelpunkt. Es bildete einen passenden Einstieg in das Konferenzthema „Jesus, the storyteller“. 
Mit Dankbarkeit und Respekt gedachten die Teilnehmerinnen der im Alter von 92 Jahren verstorbenen Gründerin der EWC, Schwester Gudrun Schiewe, sowie aller Schwestern, die in früheren Jahren an den Konferenzen teilgenommen hatten und inzwischen verstorben sind.
       Die Tage begannen mit freiwilliger Morgengymnastik, bevor sich die Teilnehmerinnen dem gemeinsamen Bibelstudium widmeten.
       Am ersten Tag stellte Bischöfin Rhoinde Mijnals-Doth die Frage: Warum werden Geschichten erzählt? Warum erzählte Jesus Geschichten? Weil sie in uns etwas bewirken, uns berühren, uns die Augen öffnen und uns herausfordern. Jesus gibt selbst keine Erklärung seiner Geschichten, vielmehr müssen wir selbst herausfinden, was sie uns sagen wollen. Als Beispiel erzählte sie die Geschichte vom Sämann aus Matthäus 13. Am zweiten Tag gab sie einen kurzen Input zum Gleichnis der hartnäckigen Witwe, mit dem wir uns in den verschiedenen Kleingruppen auseinandersetzen sollten. Die Gruppen trugen die Namen bedeutender Persönlichkeiten der Herrnhuter Brüdergemeine, darunter Dober, David, Zinzendorf, Nitschmann, Spangenberg und von Watteville.

 

 

Die Morgen- und Abendandachten wurden von Schwestern aus Estland, den Niederlanden, Albanien und England gestaltet. Wie in der brüderischen Tradition üblich, spielte das gemeinsame Singen während der gesamten Konferenz eine wichtige Rolle. In den Pausen blieb genügend Zeit für persönliche Gespräche, das Knüpfen neuer Freundschaften und das Wiedersehen mit langjährigen Weggefährtinnen.
       Besonders herzlich stellten sich die englischen Schwestern bei einem geselligen Abend vor. Mit viel Einsatz sangen sie einen Song der Beatles, „all you need is love“. Danach gab es kühlen Gin und eine leckere Käseplatte.
       Ein Höhepunkt war der gemeinsame Sonntagsgottesdienst in der Moravian Church in Hornsey. Die lebendige Gemeinde mit vielen Mitgliedern karibischer Herkunft gestaltete den Gottesdienst unter anderem mit Steelband-Musik. Zudem trat der Chor auf, der während eines Gesangsworkshops im Rahmen der Konferenz entstanden war. Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit den Gemeindemitgliedern führte ein Ausflug nach St. Albans, wo die Teilnehmerinnen die beeindruckende St. Albans Cathedral besichtigen und die Stadt erkunden konnten.
       Den feierlichen Abschluss der Konferenz bildete der „Cup of covenant“ (Bundeskelch), bei dem einzelne Schwestern das „Women`s creed“ vortrugen, geschrieben von zwei Pastoren aus Kuba.
Während der gesamten Konferenz fand außerdem ein Basar statt. Die Teilnehmerinnen boten mitgebrachte kleine Gegenstände zum Verkauf an. Der Erlös kommt der weiteren Arbeit der Europäischen Frauenkonferenz zugute.

Zum Abschied versammelten sich alle Schwestern rund um den Brunnen des Konferenzzentrums. Mit Gebet, Segen und dem gemeinsamen Gesang „bind us together, Lord“ endete die Konferenz in einer Atmosphäre der Dankbarkeit und Verbundenheit. Viele verabschiedeten sich in der Hoffnung und Zuversicht auf ein Wiedersehen bei der nächsten Europäischen Frauenkonferenz, die vom 10. bis 14. Mai 2029 in Albanien stattfinden wird.
       An dieser Stelle möchten wir uns auch nochmal ganz herzlich für die großzügige Spende der Graf-von-Zinzendorf-Stiftung bedanken. Sie hat es uns ermöglicht, die hohen Konferenzkosten jeder Schwester zu reduzieren.

 

Im Namen des Vorbereitungsteams
Nadra Echteld, Jane Carter und Susanne Gärtner

 

Artikel veröffentlicht am 19. Juni 2026

 

Artikel veröffentlicht am 19. Juni 2026