Suppe für die Gemeinschaft
Ein Bericht aus Zwickau
von Gundula Vorreyer
Wer von Euch kennt die kleine „Herrnhuter Gruppe“ in Zwickau? Eine selbständige Gemeinde sind wir seit drei Jahren nicht mehr. Mittlerweile gehören wir zur Gemeinde Ebersdorf.
Im Protokoll der Herrnhuter Synode vom 7. Juli 1947 geht es um eine neue Gemeinde in Zwickau. „Da gibt es 41 Vollmitglieder und die Schar der Freunde und Versammlungs-Besucher ist viel größer und geht in die Hunderte. Der Kreis ist finanziell völlig selbständig“. Das ist 80 Jahre her. Inzwischen hat sich auch bei uns Vieles geändert. Derzeit sind wir noch 26 Mitglieder. Dazu kommen noch einige Freunde, die uns gern einmal besuchen.
Sehr dankbar sind wir für unseren schönen „Herrnhuter Kirchensaal“, in dem wir uns noch jeden 2. Sonntag zum Gottesdienst und jeden 2. Dienstag zur Bibelstunde treffen. 1986 konnten wir in die Parterrewohnung Clara-Zetkin-Straße 20 einziehen. Aus drei Wohnräumen wurde unser schöner Saal mit Orgel und Flügel. Die anderen Räume haben wir immer wieder modernisiert und mit viel Liebe gepflegt. Viel Eigeninitiative steckt darin.
Jetzt sind wir nur noch 13 Geschwister, die versuchen an jedem Gottesdienst teilzunehmen. Sehr dankbar sind wir unserem Bruder Steffen Beier, dass er uns geistlich betreut. Er hat 2016 zu uns gefunden. Er und seine Frau Ines wurden bei uns 2017 getauft. Seitdem scheuen sie keinen Weg, um die 40 Kilometer von ihrem Wohnort nach Zwickau zu kommen. Bruder Beier hat an einem kirchlichen Fernunterricht teilgenommen und ist von Herrnhut als pastoraler Mitarbeiter eingesetzt.
Seit einiger Zeit bieten wir nach dem Gottesdienst ein gemeinsames Mittagessen an. Da gibt es mal Kartoffeln und Quark, mal eine deftige Suppe oder einen guten Salat mit Würstchen. Aber das ist uns nicht das Wichtigste. Es schenkt uns geschwisterliche Gemeinschaft, die wir sehr schätzen. Wir haben Zeit füreinander, berichten von Erlebtem, hören von Schwierigkeiten, holen uns Rat, wünschen uns Fürbitte und schmieden gemeinsame Pläne.
Kürzlich ist Bruder Beier auf die Idee gekommen, dass wir mit den Ebersdorfer Geschwistern einmal einen Tag im Erzgebirge verbringen könnten. Das ist am 13. September 2026 geschehen. Trotz Regenwetters war es ein wunderschöner Tag mit Gottesdienst in der Landeskirche und dem Besuch des Miniaturerzgebirges in Waschleite. Das Foto erzählt euch von unserer gemeinsamen Mittagsmahlzeit. Es gab gute Gespräche und Erlebnisse. Dankbar und erfüllt sind wir wieder nach Hause gefahren.
Gundula Vorreyer, Zwickau
Artikel veröffentlicht am 16. Oktober 2026
Artikel veröffentlicht am 16. Oktober 2026


