Ein Herrnhuter Stern auf Mond-Mission
Als Botschaft aus Europa
ein Beitrag von Ulrike Keller

Ein winziger Herrnhuter Stern könnte schon bald eine Reise zum Mond antreten. Voraussichtlich noch in diesem Jahr startet eine Rakete vom US-amerikanischen Weltraumbahnhof Cape Canaveral.
An Bord: ein fahrbarer Roboter, der den Südpol des Mondes erforschen soll. An dem Gefährt soll eine kleine Pyramide befestigt werden, die mit kulturellen und kulinarischen Schätzen befüllt ist. Neben dem Herrnhuter Stern gehören etwa Schweizer Schokolade und Tessiner Wein dazu. Am Ende der Mission wird diese Pyramide auf dem Mond zurückbleiben – als Botschaft aus Europa und als Verbindung zwischen Erde und Weltall.
„Weil der Mondstern nur maximal 5 Millimeter groß sein durfte, aber unser kleinster Sortimentsstern 8 Zentimeter misst, mussten wir uns etwas einfallen lassen“, sagt der Vertriebsleiter der Herrnhuter Sterne GmbH, Jens Ruppert. Darum ließ das Unternehmen einen klitzekleinen Herrnhuter Stern fertigen – von einer 3D-Spezial-Druckerei in Baden-Württemberg. Zusammen mit den anderen Kulturgütern im Mikro-Format wird der zackige Winzling mit einem Kunststoff fest in der Pyramide vergossen.
Die Idee dazu entstand vergangenen Sommer, als die Vorbereitungen für das Adventskonzert 2025 des Kreuzchors im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion begannen. Die Kulisse bilden bei diesem Ereignis traditionell Hunderte Herrnhuter Sterne. Diese wollte der Produzent und Regisseur des Konzerts, Thomas Reiche, diesmal inhaltlich stärker in den Mittelpunkt stellen und einen Stern vom Stadion aus direkt ins All schicken. Dazu knüpfte er Kontakte zu den Weltraumorganisationen ESA und NASA.
Wahr wird der Traum nun dank der internationalen Initiative „Orbit for Life“ mit Sitz in der Schweiz. Mit dem Projekt „Lunar Delight – Pyramide auf dem Mond“ will sie erstmals handgefertigte Meisterwerke aus der Schweiz und aus Deutschland auf den Mond senden. Die Initiative verfolgt das Ziel, das Leben auf der Erde durch Erkenntnisse aus der Weltraumforschung zu verbessern. Zudem möchte sie die Öffentlichkeit für die Raumfahrt interessieren und kommerzielle Weltraum-Projekte umsetzen, bei denen Wissenschaftler und Unternehmen zusammenarbeiten.
Ulrike Keller ist Marketing-Mitarbeiterin der Comenius-Buchhandlung

