eine verpasste Chance für mehr Menschlichkeit


von Stephan Theo Reichel

 

Am 12. Juni 2026 ist das Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) in Kraft getreten, beschlossen von konservativen Parteien gemeinsam mit den rechtsradikalen Parteien im Europäischen Parlament. Gleichzeitig treten Gesetze und Regeln zur Umsetzung in Deutschland in Kraft, die die Wirkung des GEAS teilweise noch verschärfen. 

Viele Beobachter und Experten, auch demokratische Parteien in Europa sehen diese neue „Ordnung“ aus humanitären und juristischen Gründen sehr kritisch. Manche sprechen vom Ende des Asyls in Europa. Der renommierte deutsche Journalist Heribert Prantl, mit dem ich seit langem freundschaftlich zusammenarbeite, spricht vom „Mühlstein, der um den Hals der Genfer Flüchtlingskonvention gehängt wurde.“ Sie „versinkt und ertrinkt im Meer.“ 

 

Hier die wichtigsten Änderungen und Neuerungen:


 

  • Screening und Internierung an den Außengrenzen: Schon an den europäischen Außengrenzen ist ein Abfangen der Flüchtlinge vorgesehen. Hier soll in geschlossenen Internierungslagern, auch für Frauen und Familien mit kleinen Kindern, ein „Screening“ stattfinden, in dem alle Flüchtlinge mit einer geringen Bleibeprognose nach einem Schnellverfahren abgewiesen werden sollen. Da die Schwelle für dieses Screening (durchschnittliche Schutzquote europaweit unter 20%) niedrig angesetzt ist, fallen viele Flüchtlingsgruppen durchs Raster, auch hochgefährdete wie irakische Jesiden oder Dissidenten und Deserteure aus Russland. Die Internierung verstößt gegen Geist und Buchstaben der Genfer Flüchtlingskonvention, die gerade 75 Jahre alt geworden ist. Die Umsetzung in den Grenzländern Bulgarien, Italien oder Polen ist besonders kritisch zu sehen, da in diesen Ländern schon bisher humanitäre Standards nicht eingehalten wurden.

  • „ Flexible Solidarität“: Mitgliedsstaaten, die keine Schutzsuchenden aufnehmen möchten, können stattdessen finanzielle Ausgleichszahlungen leisten oder materielle Hilfe bekommen. Hintergrund ist die bekannte Tatsache, dass die Verteilung von Flüchtlingen nach dem Dublin-Verfahren immer schon die Randstaaten extrem benachteiligt hat, denen die alleinige Zuständigkeit zugeschoben wurde. Es ist sehr fraglich, ob der neue gutgemeinte und unverbindliche Solidaritätsmechanismus funktionieren wird. Polen und Ungarn wollen sich explizit nicht beteiligen. Italien hatte Dublin in 2022 nach einer Medienkampagne, an der matteo beteiligt war, wegen Überforderung als Grenzstaat ausgesetzt. 
    In einem akuten Fall einer ersten Abschiebeankündigung für den 19.08.2026, den wir in italienischen und deutschen Medien thematisiert haben, weigert sich Italien bisher, Flüchtlinge aus Deutschland wiederaufzunehmen.

  • Verlagerung von Asylverfahren nach Afrika oder in andere Drittstaaten: Mit dem GEAS geht die Idee einher, dass man europäische Flüchtlinge in vor allem afrikanische Drittstaaten wie Ruanda oder Uganda auslagern könnte, insbesondere, wenn sie von ihren Herkunftsstaaten nicht zurückgenommen werden. Auch das wird wohl juristisch und praktisch scheitern.

  • Verlängerung der Dublin-Frist auf drei Jahre und Verhinderung von Kirchenasylen: Im GEAS ist eine Verschärfung der Umsetzung des Dublin-Systems vorgesehen, insbesondere eine mögliche Verlängerung der Überstellungsfrist um drei Jahre bei Untertauchen, unter Umständen auch bei Kirchenasyl. Wir gehen gegen die ersten entsprechenden Fälle bereits juristisch vor. 

Im GEAS ist eine Verschärfung der Umsetzung des Dublin-Systems vorgesehen, insbesondere eine mögliche Verlängerung der Überstellungsfrist um drei Jahre bei Untertauchen, unter Umständen auch bei Kirchenasyl. Wir gehen gegen die ersten entsprechenden Fälle bereits juristisch vor. 

 

 

Die Chance verpasst


Es gab aus dem Kreis der gutwilligen Initiatoren des GEAS die Idee, das europäische Asylsystem zu humanisieren, eine gerechtere Verteilung der Lasten, Pflichten, aber auch Vorteile aus der Migration über alle Staaten zu erreichen, und die Genfer Flüchtlingskonvention besser umzusetzen. Es gab auch die legitime Anforderung einer zahlenmäßigen Begrenzung und besseren Regulierung der Zuwanderung über Asyl und Flucht. All das ist gescheitert, da rechtspopulistische Kräfte, das GEAS in ein Instrument der Abschottung und Asylbekämpfung umgewandelt haben.
       Noch nie waren die europäischen Asylbedingungen, wenn sie denn juristisch und in der Umsetzung Bestand haben sollten, so inhuman und ungerecht. Das Dublin-System der ungerechten und die Randstaaten diskriminierenden Verteilung wurde beibehalten und in seinen Wirkungen auf Staaten wie Bulgarien, Polen oder Italien noch verschärft. Der Solidaritätsmechanismus des GEAS wird nicht funktionieren. Der Zustrom nach Europa hat seit zwei Jahren enorm abgenommen. Hauptgründe sind der Sturz des Assad-Regimes in Syrien und die Blockierung der Flucht aus Afghanistan oder dem Iran.
       Die derzeit sehr geringen Zahlen kann Europa bei besseren Anstrengungen zur Integration gut verkraften. Tatsächlich brauchen wir mehr Migration, um unsere Volkswirtschaften am Laufen zu handeln. Und uns tut auch mehr Menschlichkeit gut in unseren durch Wohlstand und Frieden privilegierten Ländern. Das gilt nicht nur für uns Herrnhuter, die wir als Flüchtlingskirche den Stern der barmherzigen Weltoffenheit hochhalten.

Die Kernpunkte des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems


 

  • Vorgelagertes Screening: Vor der Einreise werden Identität, Gesundheit und Sicherheitsrisiken innerhalb weniger Tage direkt an der Außengrenze überprüft.
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  • Grenzverfahren: Asylverfahren für Personen aus Herkunftsländern mit niedriger Anerkennungsquote finden direkt an den Außengrenzen in haftähnlichen Bedingungen statt.
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  • Eingeschränkter Rechtsschutz: Diese beschleunigten Verfahren an den Grenzen bedeuten für Betroffene einen deutlich geringeren rechtlichen Spielraum.
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  • Kontrolle an den Außengrenzen: Strengere Überprüfungen, Identitäts- und Sicherheitskontrollen direkt an den EU-Außengrenzen.
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  • Schnellere Verfahren: Zügige und EU-weit vereinheitlichte Asylverfahren, um Klarheit zu schaffen und Behörden zu entlasten.
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  • Verbindliche Solidarität: Ein fairer Mechanismus, bei dem Länder an den Außengrenzen durch die Aufnahme von Schutzsuchenden, finanzielle Hilfe oder Sachleistungen unterstützt werden.
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  • Reduzierung von Sekundärmigration: Einheitliche Registrierungen (unter anderem über die Eurodac-Datenbank), um unkontrolliertes Weiterreisen innerhalb der EU und Mehrfachanträge zu verhindern.
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Europa schafft das Asyl ab und ist damit in Gefahr, seine Werte und damit sich selbst abzuschaffen. Zusammen mit den Rechtsradikalen haben die Konservativen im Europäischen Parlament das sogenannte GEAS durchgebracht, eine „Asylordnung“, die die völlige Entrechtung von Asylsuchenden und Internierungslager in afrikanischen Drittstaaten, an den europäischen Grenzen und in den eigenen Ländern, so auch in Deutschland, vorsieht. In Bulgarien und Italien laufen bereits die Vorbereitungen. Kürzlich hat der Aufsichtsrat des Flughafen Münchens für die Errichtung eines Abschiebehubs zur Umsetzung der Pläne gestimmt gegen das Votum des Oberbürgermeisters.
       Seit einem reichlichen Jahr ist eine neue Bundesregierung im Amt, die das alles federführend treibt und unterstützt. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, den Flüchtlingsschutz zu beseitigen, einem Kernelement des demokratischen und historischen Selbstverständnisses unseres Landes. Sie setzt dabei Forderungen und Programm der rechtsextremen und kirchenfeindlichen AfD um, einer Partei im Aufstieg, hofiert oder verharmlost von manchen Medien und konservativen Politikern. Einer der Treiber des AfD-Erfolgs ist die Hetze gegen Flüchtlinge und Ausländer wie in längst vergangengemeinten Zeiten. Gleichzeitig versucht man, über neue deutsche Folgeregeln des GEAS das Kirchenasyl endgültig auszuhebeln und zu beseitigen.
       Der Druck auf die betroffenen Flüchtlinge – wir sprechen hier von aus Krieg und Diktaturen geflohene Menschen – ist gewaltig. Nur wenige Flüchtlinge kommen aus Armutsgründen nach Deutschland. Wir erleben Panik, Verzweiflung und große Ängste in unserer täglichen kirchlichen Flüchtlingsarbeit für die Herrnhuter Brüdergemeine und den Verein matteo.
       Ich möchte an dieser Stelle die bewusste Dramatik meiner Sprache, den „hohen Ton“ entschuldigen, der mir sonst fremd ist und der uns gerne vorgeworfen wird, wenn man Vorgänge bagatellisieren will, die von großer Ernsthaftigkeit sind und Menschen akut gefährden. Der hohe Ton ist angesichts der jüngsten Entwicklungen angebracht. Zinzendorf hat oft diesen Ton über Flüchtlinge und deren Schutz angeschlagen, wenn er Flüchtlinge „Glieder am Leib Christi“ nannte, Herrnhut zum Zufluchtsort machte und seine und unsere Arbeit unter den Bibelspruch aus 3. Mose 19, 33-34 stellte: „Wie einen Einheimischen sollt ihr den Fremden ansehen, der bei euch lebt. Du sollst ihn lieben wie dich selbst.“

 

 

Ein Beispiel aus unserer täglichen Arbeit


Erst vor wenigen Monaten, im Umfeld des Katholikentages in Würzburg, zu dem mich die ARD für einen Beitrag eingeladen hatte, habe ich das russische Ehepaar G. getroffen, der Mann Ingenieur, die Frau Wissenschaftlerin, der kleine Sohn Igor in einer fränkischen Grundschule. Alle sprechen bereits gut Deutsch und haben realistische Pläne für unser Land. Der Mann Nikita (alle Namen geändert) hat ein Arbeitsangebot in einer Maschinenbaufirma, die Frau einen Ausbildungsplatz in der Pflege, der kleine Igor bereits ein Sportabzeichen. Nikita hatte Probleme mit den staatlichen russischen Behörden bekommen und fürchtete als ausgebildeter Fallschirmspringer die Rekrutierung für die russisch-ukrainische Front. Er ist mit der Familie geflohen und würde bei Rückkehr vermutlich direkt an die Front geschickt werden. Dennoch hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) seinen Asylantrag abgelehnt, bestätigt von einem für seine harten Entscheidungen bekannten Verwaltungsgericht. Die zuständige bayerische Ausländerbehörde betreibt nun massiv die Ausreise und Abschiebung der Familie nach Russland. Der bayerische Innenminister rechtfertigt die Abschiebung. Das ist kein Einzelfall. Fast alle russischen Deserteure und Dissidenten, die nach Deutschland geflohen sind, sollen trotz aller Zusagen aus der Politik nun nach Russland zurückgehen. Die Gefahr für Leib und Leben wird ignoriert.

 

 

Gefahr für Leib und Leben ist irrelevant geworden


Das gilt auch für andere Nationalitäten: Viele syrische Flüchtlinge sollen nach dem Willen der Bundesregierung nun bald nach Syrien zurückkehren, obwohl es offensichtlich ist, dass Syrien unter der Führung des früheren Terroristenführers Al Sharaa den Weg in eine islamistische Diktatur geht mit Bedrückung aller Minderheiten, auch Christen und Kurden. Auch Christen bekommen in Deutschland negative Bescheide und geraten unter Abschiebedruck.
       Dasselbe erleben Flüchtlinge aus dem Iran, ob konvertierte Christen oder Oppositionelle. Die Abschiebungen in den Iran sind nur wegen des Kriegsgeschehens ausgesetzt. Jesiden werden in den Irak abgeschoben unter Bruch aller früherer Zusagen. Für Afghanen werden in Zusammenarbeit mit den Taliban Abschiebungen vorbereitet.
       Unser Asyl- und Schutzsystem, aufgebaut aus der Erfahrung der Nazidiktatur und der Verfolgung von jüdischen Mitbürgern, ist schwer beschädigt, in den Augen mancher sogar bereits kollabiert. Eine Gewöhnung an dieses Unrecht ist eingetreten. Das darf aber nicht zu unserem Maßstab werden.

 

 

Wir halten dagegen – matteo hilft


Wir halten dennoch dagegen und geben nicht auf. Wir, das ist der Verein matteo – Kirche und Asyl e.V., der sich seit fast zehn Jahren mit anderen für die Rechte und den Schutz von nach Deutschland geflüchteten Menschen einsetzt. In Nürnberg wurde er 2017 gegründet von vielen kirchlichen Playern, Vertretern der Evangelischen Landeskirchen und der Katholischen Kirche, nicht zuletzt der Herrnhuter und Reformierten. Der Verein möchte den vielen ehrenamtlichen kirchlichen Netzwerken rund um Kirchengemeinden und Konventen deutschlandweit eine Stimme geben und sie beratend unterstützen. 
       Im Kern stehen dabei die Flüchtlinge in ihrer Not und ihre Anliegen selbst. Daran orientieren wir uns in unserer Arbeit. Wir wollen, dass wirklich bedrohte Menschen, die bereit sind, sich in Deutschland zu integrieren, hier eine neue sichere Heimat finden, ohne dass das unser Land überfordert. Wir werden geleitet vom christlichen Glauben und Werten. „Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen“ aus den diakonischen Pflichten eines Christenmenschen in Matthäus 25,35 ist uns Auftrag. Dabei erleben wir immer wieder, wie viele nichtgläubige Menschen uns unterstützen, denen dieses Menschenrecht am Herzen liegt, das aus dem christlichen Glauben kommt. Gleichzeitig sehen wir, dass andere glaubensferne Menschen sich abwenden und den Gegnern der Humanität und der christlichen Gebote nachlaufen. 
       Das Spannungsfeld zwischen der aktuellen politischen Stimmung, die auf niedrige Instinkte, Zynismus und Ignoranz baut, und unserem christlichen und humanitären Weltbild war noch nie so groß. „Wie halten Sie das aus?“, werde ich oft gefragt. Die Frage sollte besser lauten, wie halten die Opfer dieser Politik das aus, die davon existenziell bedroht werden.
       Gerne wird engagierten Menschen wie uns Idealismus, Moralismus und Naivität vorgeworfen. Das können wir zurückweisen. Wir setzen der sich verschärfenden Entwicklung der Entrechtung der Flüchtlinge ein vom Glauben geleitetes, realistisches Programm der Tat entgegen.
       Für Syrer haben wir ein Projekt gestartet, das in einem Paket aus Information, Beratung und Zugang zu juristischer Unterstützung und Integration den vielen, die weiter Schutz benötigen, wieder Hoffnung und Perspektive geben soll. Beginnend im sächsischen Hoyerswerda mit Unterstützung des Oberbürgermeisters und im bayerischen Coburg haben wir alle betroffenen Syrerinnen und Syrer eingeladen und umfassend informiert. Weitere Veranstaltungen in Sachsen und Bayern sind geplant. 
       Wir beraten und unterstützen durch mit uns verbundene Anwälte juristisch Iranerinnen und Iraner, die durch lebensbedrohliche Abschiebung in das Terrorland gefährdet sind. Wir helfen russischen Dissidenten und Deserteuren dabei, durch Integration, Rechtshilfe, aber auch mediale Unterstützung hier zu bleiben. Wir halten die Abschiebungen nach Russland für besonders skandalös. Auch von Abschiebung bedrohte Belarussen gehören zu unseren Klienten. In diesem Rahmen unterstützen wir auch Nikita und seine Familie und geben ihnen neue Hoffnung. 
       Durch sehr gute Kontakte zu italienischen Medien konnten wir in zahlreichen Berichten und Reportagen so viel Druck aufbauen, dass das überforderte Italien die Rückführungen von Flüchtlingen aus Deutschland seit über drei Jahren gestoppt hat. Zuvor waren viele „Dublinati“ dort auf der Straße und in Perspektivlosigkeit gelandet.

 

 

Kirchenasyl verteidigen


Wir arbeiten massiv daran, das von der neuen Bundesregierung und dem BAMF bedrohte Kirchenasyl zu bewahren. Herrnhut ist wieder Flüchtlingsort geworden und hat zahlreiche Kirchenasyle dort und in anderen deutschen Brüdergemeinen eingerichtet. Erst kürzlich habe ich ein weiteres Kirchenasyl organisiert für einen jungen syrischen Christen mit Abschiebung nach Rumänien und drohender Kettenabschiebung nach Syrien, wo Christen nun massiv unter Druck und Verfolgung geraten. 
       Die gerade von der Koalition verabschiedete Umsetzung des GEAS enthält Regeln, die das Kirchenasyl dauerhaft beschädigen und beseitigen würden. Eigentlich gilt noch die Vereinbarung vom 25.02.2015, an deren Vorbereitung ich beteiligt war und das die Respektierung des Kirchenasyls vorsieht. Seit 2015 haben wir, überwiegend in Bayern und Sachsen, 2.500 Menschen vor lebensbedrohenden Abschiebungen gerettet. Es ging dabei meist um Flüchtlinge, die nach der Dublin-Verordnung in Länder wie Bulgarien, Rumänien, Kroatien, Polen oder Litauen abgeschoben werden sollten, wo sie schwerste Misshandlung, Inhaftierung und ein unfaires Asylverfahren erwartet hätten. Das BAMF, das die Abschiebebescheide ausstellt, gegen besseres Wissen über die Zustände in diesen Ländern, ist der Hauptverursacher der besonderen Härten, die wir im Kirchenasyl versuchen zu heilen.
       Wir werden mit allen Mitteln, politisch, über die Medien und juristisch kämpfen, dass das Kirchenasyl bleibt, aber auch die menschengemachten Ursachen für das Kirchenasyl beseitigt werden.
       Unser Verein braucht dringend mehr Unterstützung. Eine Möglichkeit, uns zu unterstützen, ist die Mitgliedschaft bei matteo. Mehr Mitglieder, Spenden und Sponsoren sichern unsere Arbeit auch in der Zukunft. So wird matteo in Schulterschluss mit den Herrnhutern und anderen christlichen und humanitären Kräften im Lande im Geiste Zinzendorfs und Jesu weiterarbeiten und erfolgreich sein können. Das Menschenrecht des Asyls muss bestehen bleiben.

 

Stephan Theo Reichel ist Erster Vorsitzender von matteo
und Beauftragter der Flüchtlingsarbeit der Evangelischen Brüder-Unität


weiterführende Links zum Thema


 

Artikel veröffentlicht am 2. Oktober 2026

 

Artikel veröffentlicht am 2. Oktober 2026