Donnerstag, 3. März 2022

Synode beginnt am Samstag

Herrnhut: Die Synode der Europäischen-Festländischen Brüder-Unität kommt eine Woche lang zusammen – digital. Delegierte aus 10 europäischen Ländern beraten bis 11. März über die Zukunft der Brüdergemeine.

Am Samstag 5. März beginnt die Tagung der Synode der Europäischen-Festländischen Provinz der Brüder-Unität. Nachdem sie wegen der Corona-Pandemie von ihrem regulären Zeitpunkt 2020 zunächst verschoben und 2021 dann ganz abgesagt worden war, haben sich Direktion (Kirchenleitung) und Synodalvorstand nun entschieden, die Synode digital durchzuführen. Es schien zu ungewiss, ob unter den derzeitigen Bedingungen die Delegierten aus zehn europäischen Ländern nach Herrnhut kommen und sieben Tage lang intensiv miteinander arbeiten könnten. Die Synode erneut zu verschieben, kam wegen anstehender Entscheidungen und Wahlen nicht in Betracht.

Nur der Synoden-Vorstand, die Mitglieder der Kirchenleitung (Direktion), Dolmetscher und Übersetzer sowie ein verstärktes Technik-Team werden in Herrnhut im Tagungshaus KOMENSKÝ ein präsentisches Quartier aufschlagen. Eine zusätzliche Herausforderung ist, dass alles parallel in drei Sprachen – Deutsch, Niederländisch, Englisch – übertragen wird, denn die Provinz hat Gemeinden und Arbeitsgebiete in acht europäischen Ländern. Dazu kommen Gäste aus Tschechien und Großbritannien.

86 Mitglieder der Synode werden eine Woche lang vor ihren Bildschirmen verbringen, dazu kommen Gäste und etwa 20 Mitarbeiter. Positiv ist dabei, dass die Synodalen inzwischen schon digital erfahren sind: Zu zwei Synodalforen – ohne Beschlüsse, aber mit gewichtigen Themen – trafen sich die Delegierten 2021 online. Und auch viele andere Gremien – voran die Direktion – arbeiten schon seit vor der Pandemie regelmäßig online. Dennoch bildet die Synode eine Herausforderung neuer Dimension an Menschen und Technik. 

Auf der Tagesordnung stehen Wahlen in die Kirchenleitung und in einige Ausschüsse. Die ursprünglich für diese Tagung vorbereitete Wahl eines Bischofs oder einer Bischöfin wird jedoch auf 2023 verschoben, wo die Synode hofft, zu einer verkürzten Sondertagung sich dann präsentisch treffen zu können. Weiterhin sind mehrere Anträge zu einer nachhaltigen Kirche zu beraten; in den Niederlanden soll ein Projekt zur Sammlung von Zeitzeugenberichten über die Entstehung der surinamisch-niederländischen Gemeinden eingerichtet werden, und das Verfahren zur Berechnung des persönlichen Mitgliedsbeitrags (»Gemeinbeiträge«; entspricht Kirchensteuer) soll vereinfacht werden. Die Provinz soll sich außerdem auf der nächsten internationalen Synode (»Unity Synod«) dafür einsetzen, dass in dem weltweit für alle 29 Provinzen geltenden Teil der Kirchenordnung (»Church Order«) der Begriff »Rasse« nicht mehr verwendet wird. Ein weiterer Schwerpunkt der Synode soll die Aufnahme der Prävention gegen sexualisierte Gewalt »als zentrales Ziel« in die Kirchenordnung sein. Bisher bestehen dazu ein Verhaltenskodex und Regelungen in der Gemeindienstordnung.