Der sechste Tag (Donnerstag, 10. März)

Die Live-Übertragung stets im Blick.
Absprache mit dem Synodalvorstand
Br. Friedrich Waas (Bischof)
Für Verpflegung ist stets gesorgt.
Br. Peter Vogt erteilt das Wort.

Der Donnerstag war wieder »Tag der Plenums-Sitzungen«, nachdem Anträge und Berichte in den Ausschüssen beraten wurden.

Antrag (Nr. 7) der Direktion, sich von 5 auf 4 Mitglieder reduzieren zu dürfen, wurde zugestimmt.

Zu dem Antrag (Nr. 20) v.a. aus der Jugend, den Namen »Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine« zu diskutieren, mit dem Ziel, dass künftig alle Mitglieder (und nicht nur Männer) durch ihn repräsentiert werden, ist die Direktion beauftragt worden, einen breiten Gesprächsprozess in Gang zu setzen.

Zu dem Thema »Schutz des ungeborenen Lebens« (Nr. 19) hat sich die Synode zur besonderen christlichen Verantwortung bekannt. Anders als die Antragsteller in ihrer Begründung sieht sie jedoch, dass dies in der Brüdergemeine gelebt wird. Die schwierigen und von Fall zu Fall immer neu zu findenden Entscheidungen bedürfen dazu keiner allgemeingültigen Statements oder Beschlüsse.

Um der Tatsache entgegen zu wirken, dass es in unserer Provinz in Kürze einen großen Mangel an Mitarbeitenden – Pfarrer, Jugendarbeiter, Kirchenmusiker und Seelsorger – geben wird, wird die Kirchenleitung beauftragt (Antrag 1), eine oder zwei Arbeitsgruppen einzusetzen, die 1. Menschen stärker für solche Berufe begeistert und 2. alternative Ausbildungsmöglichkeiten entwickelt.

Mit ihrer Zustimmung zu Antrag 23 schafft die Synode eine sichere Verankerung für die digitale Durchführung von Gremien, sei es Synode oder Ältestenrat, in der Kirchenordnung. Natürlich sind Treffen in Präsenz immer die bessere Wahl, soweit sie denn möglich sind.

Mit Antrag 6 soll die Prävention sexuellen Missbrauchs in der Kirchenordnung verankert werden. Die Synode hat den Text noch klarer gemacht und das Anliegen auf jegliches übergriffiges Verhalten ausgeweitet.

Sodann wurden Direktion und intersynodaler Finanzausschuss für ihre Arbeit von vier Jahren (2017 – 2020) entlastet.

»Verkündigungsbeitrag« (Antrag 10): Für die Mitfinanzierung der Pfarrgehälter in den Regionen Niederlande und Deutschland durch die Gesamtkirche (Brüder-Unität) ab 2023 wurden zwei jeweils angepasste Modelle beschlossen.

Die Höhe der »Gemeinbeiträge«, mit denen die Mitglieder die Arbeit ihrer Gemeinde finanziell mittragen, lässt sich nach heutigem Beschluss (zu Antrag 11) wesentlich leichter und schneller ablesen. Dies betrifft nur Deutschland.

Die Synode unterstützt die Idee (Antrag 14), interessierten Gemeindemitgliedern die Möglichkeit zu geben, durch Praktika Leitungsaufgaben kennen zu lernen.

Auf den Antrag einer Gemeinde zur liturgischen Kleidung der Mitdienenden beim Abendmahl stellt die Synode fest, dass es keine verpflichtenden Vorschriften gibt. Sie spricht sich dafür aus, den Sinn des weißen Talars oder anderer entsprechender Traditionen wieder mehr ins Bewusstsein zu holen.

Dem Antrag der Brüdergemeine Zwickau, sich als selbstständige Gemeinde aufzulösen, wird »mit Traurigkeit« zugestimmt. Die Synode versteht und respektiert den Wunsch, das Gemeindeleben weiterzuführen, jedoch ohne administrative Last. Die Direktion möge sich dringend um die geistliche Versorgung kümmern.

Antrag 17 zum aktiven und passiven Wahlrecht verweist die Synode noch einmal in den Ausschuss zurück, weil sich in der Aussprache noch zu viel Änderungsbedarf zeigte.

 

Zwei Wahlen

Br. Johannes Welschen wurde für eine (verkürzte) dritte Amtszeit in die Direktion gewählt. Er hat das Dezernat I (v.a. Niederlande, internationale ökumenische Beziehungen und theologische Ausbildung) inne.

Als Vertreterinnen unserer Provinz zur Unitäts-Synode 2023 wurden Schw. Lilian Stuger-Kembel (Noord-Holland) und Schw. Damaris Enkelmann (Berlin), als Stellvertreter Br. Vivian Winter (Haaglanden) und Br. Volker Schulz (Basel) gewählt.