Dienstag, 16. August 2022

Apokryphe Schriften in den Losungen?

Standardausgabe der Losungen 2022

In diesen Tagen erreichen uns Fragen aus der Losungsleserschaft. Der Anlass: Im August und September sind unter den Bibellesevorschlägen der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) wieder einmal Texte aus den sogenannten »Apokryphen«. Das sind biblische Bücher, die nicht in allen Bibelübersetzungen zu finden sind.

Die neueste Lutherübersetzung (2017) hat (wie ursprünglich Luther selbst) die apokryphen (»dunklen«) biblischen Bücher (Judit, Weisheit, Tobit, Jesus Sirach, Baruch, Makkabäer, Zusätze zu Ester und Daniel) wieder mit abgedruckt. Luther hatte sie als nützliche, aber nicht den heiligen Schriften gleichrangige Bücher seiner Bibelübersetzung von 1545 beigefügt. In späteren Lutherausgaben fehlen sie, weil sie in der evangelischen Kirche (und auch im Judentum) nicht als zum festgelegten Umfang der Bibel (zum »Kanon«) zugehörig zählen.

Zu katholischen Bibeln (z.B. auch in der ökumenischen Einheitsübersetzung) wie auch in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments »Septuaginta«) jedoch gehören die apokryphen Bücher ganz normal.

Da die ÖAB schon damit rechnete, dass nicht alle Losungsleser die neuste Lutherbibel oder eine katholische Ausgabe zur Verfügung hätten, sind im August und September insgesamt drei Bibellesereihen vorgeschlagen. Man hat also immer noch zwei zur Auswahl.