Was hätte alles passieren können? Mit dieser Frage mag sich Ghada Naser, die Leiterin des »Sternberg« nicht beschäftigen. Vor wenigen Wochen entdeckte sie morgens einen verwüsteten Flur mit herumliegenden Beton- und Steinsbrocken. Auf einer Länge von zwei Metern sind Teile der Decke im Schulgebäude abgebrochen. »Ich war geschockt. Wir alle wollen uns gar nicht ausmalen, wäre die Decke tagsüber abgestürzt«, berichtet die Leiterin des Zentrums für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen bei Ramallah im Westjordanland.
»Als erstes haben wir den Flur gesperrt. Dann untersuchten Experten die Decke nach weiteren Schäden. Nun ist deutlich: Es wird eine größere Reparatur nötig werden. Wir sind froh und dankbar, dass das Unglück nachts geschah. Doch wir brauchen den Flur dringend damit wir in die Klassenräume kommen und unsere therapeutische Arbeit fortsetzen können. Allerdings überschreiten die Kosten unser Budget. Deshalb bitte ich Sie um Ihre Unterstützung, damit Ali und unsere anderen Kinder wieder ihre Übungsstrecke benutzen können.«
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Wenn die Decke plötzlich wegbricht
Die tägliche Übungsstrecke im Flur ist gesperrt
Ali kann es nicht fassen. Er darf den Flur für seine täglichen Gehübungen nicht mehr benutzen. Damals, als er mit weniger als drei Jahren zum Förderzentrum »Sternberg« in der Nähe von Ramallah (Palästina) kam, konnte er nicht gehen. Mühsam bewegte er sich krabbelnd mit Händen und Füßen. Zunächst besuchte er den Kindergarten.
Jetzt ist Ali in der Schule. Zeitgleich haben die Therapeutinnen intensiv mit ihm gearbeitet. Nach Wochen und Monaten beginnt er, sich mit einer Gehhilfe zu bewegen. Mit den ersten Schritten wird er selbstsicherer. Bald genügt es ihm, wenn er sich unterhaken darf. Inzwischen geht er langsam aber sicher alleine. Doch er braucht seine tägliche Übungsstrecke, die er nun nicht mehr hat, denn der Flur ist abgesperrt.

- Das Förderzentrum »Sternberg« in Palästina wird von der weltweiten Brüder-Unität getragen. Rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern, betreuen und begleiten knapp 300 Kinder und Jugendliche mit Behinderungen - auf dem Campus des Förderzentrums und mit mobilen Angeboten in den umliegenden Dörfern


