Chancen für vernachlässigte Kinder
Linda, Monta und Madara kommen aus Saulkrasti nahe Riga. Ihre Eltern hatten Alkoholprobleme und schlugen und vernachlässigten die Kinder, weshalb ihnen das Sorgerecht aberkannt wurde. Mitarbeiter des Jugendamtes brachten das Trio vor drei Jahren an die Internatsschule der Brüdergemeine in Kalna.
Mit vielen Dingen, die für ihre Altersgenossen selbstverständlich waren, taten die drei sich schwer: Für Madara war es etwas Neues, sich mit Wasser zu waschen. Monta sträubte sich gegen das Zusammenleben mit Fremden. Linda musste sich erst nach und nach an die unterschiedlichen Nahrungsmittel gewöhnen. Obwohl die Eltern von Linda, Monta und Madara noch leben, haben sie keinen Kontakt zu ihren Kindern.
»Ich heiße Inga Bedrite ...
... bin 16 Jahre alt und gehe in die 9. Klasse der Christian-David- Schule. Ich wohne schon das achte Jahr in der Grostona-Gemeinschaft. Hier habe ich meine neue Mama Ildita und meinen neuen Papa Raimonds bekommen. Meine Mama ist Mathematik- und Handarbeitslehrerin. Mein Papa ist Hausmeister unserer Schule und Leiter der Brüdergemeine. Sie sind sehr lieb, aber auch ab und zu streng, denn ich bin oft ungehorsam. Es ist manchmal so schwierig, gehorsam zu sein, auch wenn ich es gerne will. Ich habe vier jüngere Geschwister. Ich mag den Unterricht, aber nicht immer die Hausaufgaben. Besonders mag ich Singen. Mit unserem Musiklehrer Raimonds lernen wir viele schöne Lieder, die wir in den Andachten oder zu Schulfesten singen oder spielen. Mir gefallen auch die Klassenabende und Discos in der Schule, da habe ich mit meinen Freunden richtig Spaß. Ich mag es, dass wir oft Ausflüge machen. Wir haben auch oft Gäste aus verschiedenen Ländern, das finde ich sehr interessant. In diesem Jahr mache ich die staatlichen Prüfungen und beende diese Schule. Es ist mir noch nicht ganz klar, wo und was ich weiter mache. Vielleicht werde ich in einer Hotelfachschule lernen.«
Die (lettischsprachige) Internetseite der Christian-David-Schule finden Sie hier
Die Internatsschule in Kalna hat vielen Kindern Entfaltungsmöglichkeiten gegeben und Perspektiven eröffnet, die diesen ansonsten verwehrt gewesen wären. Es ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schön zu beobachten, welche Fortschritte die Kinder machen. Das gilt für das Erlernen von Lesen und Schreiben, für das Malen und Zeichnen, für sportliche Aktivitäten und für den Umgang mit Tieren.
Der laufende Unterhalt der Schule sowie der geplante Ausbau der pädagogischen Arbeit ist nur mit Hilfe von Spenden möglich. Wir bitten Sie: Helfen Sie den Schülerinnen und Schülern der Christian-David-Schule mit Ihrer Spende.
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