Kurze Geschichte der Herrnhuter Brüdergemeine

Herrnhut wird 1722 gegründet, doch seine Geschichte beginnt viel früher. 1457, vor mehr als
500 Jahren, entsteht eine der ersten evangelischen Kirchen in Böhmen, die Unitas Fratrum oder Brüder-Unität.
Die »Böhmischen Brüder«, wie sie auch genannt werden, berufen sich auf den Reformator Jan Hus, der 1415 in Konstanz als Ketzer verbrannt worden ist. Für ihre Gemeinschaft gelten einzig und allein die Aussagen der Bibel.

In Folge der Gegenreformation kommen sie als Glaubensflüchtlinge Anfang des 18. Jahrhunderts auf das Gut von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf in der Oberlausitz (Sachsen).
Er gewährt ihnen Asyl. Herrnhut, eine christliche Glaubensgemeinschaft, entsteht.
Die Ausstrahlung dieser neuen Arbeits- und Lebensgemeinschaft erreicht in kürzester Zeit Menschen aus anderen Kirchen. Es sind nicht zuletzt die besonderen Gaben des Grafen Zinzendorf, der seine vom Pietismus geprägte Theologie weiterentwickelt.

1732, zehn Jahre nach der Gründung Herrnhuts, beginnt die Missionsarbeit in der Karibik. Auf allen Kontinenten entstehen in den folgenden Jahrzehnten Missionsstationen. Die Brüdergemeine wird - entgegen den ursprünglichen Bestrebungen von Graf Zinzendorf - eine selbständige Kirche.

Heute ist die Evangelische Brüdergemeine in Deutschland nur noch eine von weltweit 19 Provinzen der Brüder-Unität mit rund 825.000 Mitgliedern. Nach wie vor nimmt sie ihre missionarischen Aufgaben wahr und unterstützt vor allem die Brüdergemeinen in Afrika, Asien sowie Mittel- und Südamerika.

Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf
Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf

© Evangelische Brüder-Unität 1999-2006
Diese Seite wurde am 01.10.2007 aktualisiert.