Donnerstag, 28. April 2016

Bundespräsident Joachim Gauck machte Station in Herrnhut

Am 27. April 2016 kam Bundespräsident Joachim Gauck zu einem kurzen Besuch nach Herrnhut, wo er zusammen mit Frau Daniela Schadt die Evangelische Brüder-Unität und die Brüdergemeine Herrnhut kennenlernen wollte.

Im Vogtshof, dem Herrnhuter Verwaltungssitz der Freikirche, traf er mit der dort gerade tagenden Kirchenleitung zusammen und ließ sich über deren aktuelle Aufgaben und Herausforderungen informieren, wie auch über die Geschichte der Kirche, deren Wurzeln bis zur tschechischen Reformation des Jan Hus zurückreichen. Im Saal des Vogtshofes, wo tags zuvor die Losungen für den Jahrgang 2019 gezogen worden waren, wurde Joachim Gauck und Frau Schadt das einzige erhaltene Exemplar des ersten gedruckten Losungsbüchleins von 1731 durch die Leiterin des Unitätsarchivs, Claudia Mai, präsentiert. Zur Erinnerung bekam der Bundespräsident eine  originale Losungsausgabe von 1940, seinem Geburtsjahrgang, überreicht. 

Anschließend wurden die Gäste im Kirchensaal der Brüdergemeine Herrnhut von Vertretern der Gemeinde und von Bürgermeister Willem Riecke begrüßt. Im sonnigen Kirchgarten, wo ihn auch viele schaulustige Herrnhuter Bürger und Bürgerinnen, darunter viele Kinder, erwarteten, war während des kurzen und im Wesentlichen privaten Programms auch eine gute Gelegenheit für den Bundespräsidenten und Frau Schadt, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. Im Kirchensaal wurden ihnen Besonderheiten der herrnhutischen Architektur und Gottesdienste anschaulich gemacht. Kantor Peter Kubath intonierte einen altbrüderischen Choral auf der Orgel, den die Gäste und ihre Begleitung spontan mitsangen. Die Gäste erfuhren von den Pfarrern Dr. Peter und Jill Vogt, welche ehrgeizigen Ziele sich die Gemeinde mit der gründlichen Renovierung und Modernisierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudekomplexes zum 300. Ortsjubiläum 2022 gesteckt hat. Der Bundespräsident erzählte von seinem ersten Besuch als junger Theologe in Herrnhut, wie der Saal damals »eine eigene Sprache zu ihm gesprochen« habe.

Auf Wunsch des Bundespräsidenten und von Frau Schadt stand auch der Besuch des Gottesackers auf dem Programm. Die einzigartige, ebenfalls unter Denkmalschutz stehende Friedhofsanlage wurde von der Vorsitzenden des Fördervereins des Kulturdenkmals, Maria E. Winter, erläutert. Die Gäste sahen die Gräber des Ortsgründers Christian David und der Familie des Grafen Zinzendorf und bestiegen kurzentschlossen auch den Altan mit seinem wundervollen Ausblick.

Der Kurzbesuch von Bundespräsident Joachim Gauck und Frau Daniela Schadt in Herrnhut fand seinen Abschluss in der Herrnhuter Sterne-Manufaktur, wo ihnen Geschäftsführer Oskar Scholz neben Herstellung und Vertrieb insbesondere die Geschichte des Herrnhuter Sterns nahe brachte.