Hilferuf der Mayangnas

Ein Hilferuf der Mayangna-Indianer im BOSAWAS-Biosphärenreservat im Nordwesten von Nicaragua beschäftigt seit einigen Monaten die Brüder-Unität. Die Problematik ist wohl am klarsten mit dem Begriff »Urwald-Schutz« bezeichnet. Die Mayangnas dort sind Urwaldbewohner; sie leben vom Urwald, sie pflegen und erhalten ihn; sie sind »eins mit dem Wald«; ihr Lebensunterhalt, ihr Denken, ihre Kultur sind auf die Natur und auf diesen Wald bezogen – ohne diesen Wald ist der Fortbestand ihrer Kultur nicht denkbar. 

Die Mayangnas sind unsere Schwestern und Brüder auch durch ihre Zugehörigkeit zur Iglesia Morava, der Herrnhuter Brüdergemeine in Nicaragua. Der Urwald ist bedroht, und mit ihm seine Ur-Bewohner: Menschen, Tiere, Pflanzen. Zwar bestehen von Seiten der Mayangna Rechtstitel auf ihr Land im Rahmen des Autonomiegesetzes; die Rechtsicherheit war jedoch immer wieder gestört und ist es auch heute noch.

Auf Antrag der nicaraguanischen Regierung erfolgte durch die UNESCO im Oktober 1997 die Anerkennung des Biosphärenreservates BOSAWAS im Norden Nicaraguas – was jedoch entgegen der in ihn gesetzten Hoffnungen keinen zuverlässigen Schutz gebracht hat. Die politischen Interessen sind widersprüchlich. Holzhändler, Goldschürfer greifen tief in das Reservat ein. Kleinbauern dringen in den Urwald ein, besetzen das indigene Land, roden den Urwald und betreiben kommerzielle Landwirtschaft.

Musawas ist der Hauptort der Mayangnas im Gebiet nordwestlich von Bonanza und das Zentrum des Goldabbaus an der Karibikküste Nicaraguas. Musawas liegt im Naturschutzgebiet BOSAWAS, dem größten Biosphärengebiets Zentralamerikas an der Grenze zu Honduras. Musawas liegt am Oberlauf des Waspuk, der in den Río Wangki (Río Coco) mündet. Das größte, langgestreckte Gebäude (Bildmitte) ist die Kirche der Brüdergemeine, links davon das Colegio (weiterführende Schule) am rechten Rand des Fußballfelds, weiter links die Grundschule.

Erkundungsreise geplant

Am 25. August trafen sich auf dem Herrnhaag Mitglieder der »Nicaragua-Initiative«, um über Möglichkeiten zur Unterstützung der Mayangnas im Kampf gegen Landraub und Umweltzerstörung zu beraten. Sie haben folgendes beschlossen:

1. Alle Planungen und Ideen sind mit den Mayangnas sorgfältig abzustimmen; ohne ihr Mitdenken, Mitwirken ist ein Erfolg nicht zu erwarten. Deshalb sind vielfältige Gespräche vor Ort mit verschiedenen Personen wichtig.

2. Die juristische Unterstützung war und ist mangelhaft. Wie kann sie verbesserrt werden?

3. Professionelle Waldhüter fehlen. Wie kann eine Ausbildung geschehen und eine belastbare Organisation entstehen, die sowohl für Kontrolle und Schutz, als auch für Neupflanzung, Aufforstung sorgt?

4. Welche rechtlichen Voraussetzungen lassen sich vor Ort klären, um Land-Pachtverträge abzuschließen? Das sollen Landstriche sein, die an das betroffene Reservat grenzen und als ein Schutzgürtel wirken.

5. Was kann für die landlosen und von den Soldaten ausgewiesenen Menschen getan werden?

Um diese Fragen zu klären, wird es im Januar 2013 eine Erkundungsreise nach Nicaragua geben. Der Schutz des Urwaldes ist die Zielrichtung des Projektes. Dieser Urwald ist Lebensraum für die Mayangnas; sie sind es, die das Biotop bewahren und davon leben.

Wir erbitten Ihre Unterstützung

Bitte helfen Sie den Mayangnas - durch Gebet, Mitdenken, Mitwirken. Ihre Spende können Sie auf das folgende Konto überweisen. Die Herrnhuter Missionshilfe sorgt für eine zügige Weiterleitung des Geldes an die Brüdergemeine in Nicaragua.

Spendenkonto 

Herrnhuter Missionshilfe
Konto 41 51 03
Evangelische Kreditgenossenschaft Kassel (EKK)
BLZ 520 604 10
Kennwort: Mayangna