Albanien: Ein neuer Kindergarten für Burrel

Es ist der erste Schultag nach den großen Ferien. Albana Cakoni und Shpresa Gjestila warten gespannt im Kindergarten der Brüdergemeine in Burrel, einer Kleinstadt in den Bergen nordwestlich der albanischen Hauptstadt Tirana. Sie warten auf die Kinder und den Besuch aus Europa.

Es ist Albanas zweites Kindergartenjahr und 80 Prozent ihrer Kinder sind eingeschult worden. Nun weiß sie nicht, wie viele neue Kinder kommen werden. Zwei Räume stehen ihr in einem kleinen Haus zur Verfügung. Mehr als 18 Kinder könnte sie deshalb nicht aufnehmen. »Wir hatten früher ein größeres Haus und einen größeren Garten dabei«, berichtet die Erzieherin später ihren Gästen. »Aber das Haus wurde verkauft, und wir mussten ausziehen. Das hier ist eine Zwischenlösung. Wir suchen größere Räumlichkeiten für unsere gesamten Aktivitäten.«

Die Brüdergemeine in Burrel hat außer dem Kindergarten eine engagierte Jugend- und Frauenarbeit. Shpresa ist die Leiterin der Frauenarbeit und der Gemeinde insgesamt. Nicht ohne Stolz erzählt sie, dass die im Mai gewählte Bürgermeisterin zu ihrer Frauengruppe gehört und eine gute Freundin von ihr ist. Es tut sich Einiges in dem auf den ersten Blick verödeten und unattraktiven Ort, der einstmals ein Zentrum des albanischen Bergbaus war.

Shpresa Gjestila träumt vom eigenen Haus

Die 41jährige Shpresa Gjestila ist Krankenschwester und seit neun Jahren verwitwet. Für ihre drei Kinder muss sie nun Vater und Mutter zugleich sein. Sie kommt aus einer muslimischen Familie. Es war ihre Tochter Doruntina, die als Erste in der Familie aktiv in der Jugendgruppe der Brüdergemeine mitwirkte. Sie hat für ihre Mutter gebetet, die nach dem Unfalltod ihres Mannes vor neun Jahren trauerte und litt. Das Gebet ihrer Tochter beeindruckte die Witwe. Zuerst schloss sie sich der Frauengruppe an. Sie wollte den christlichen Glauben besser kennen lernen und leben. Schließlich ließ sie sich taufen. Inzwischen ist sie die Leiterin der Frauengruppe und verantwortet die gesamte Gemeindearbeit.