Keti Koti 1863-2013

Aus der Sklaverei in die Freiheit

Am 1. Juli 1863 wurde in Surinam (und auf den Niederländischen Antillen) die Sklaverei abgeschafft. Damals hatten schon seit fast 130 Jahren Herrnhuter Missionare unter den Sklaven im Land gearbeitet. Um Zugang zu den Plantagen zu bekommen, mussten sie gute Kontakte zu den Kolonialherren unterhalten. Ein zweifelhaftes Unternehmen: Die Mission wurde auch deshalb akzeptiert, weil christliche Sklaven als bessere und loyalere Arbeiter erschienen als andere. Andererseits waren es die Missionare, die durch ihr wirtschaftliches und pädagogisches Engagement zur Entwicklung der Sklaven beitrugen.

Die Brüdergemeine nimmt das Jubiläum zum Anlass, ein ehrliches und offenes Gespräch über eine Vergangenheit zu führen, die bis heute für viele Menschen schmerzhaft ist. Die Evangelische Brüdergemeine in den Niederlanden organisiert dazu zwischen dem 1. Juli 2012 und dem 1. Juli 2013 eine Anzahl Aktivitäten. Warum wir das machen, können Sie hier lesen.

Ökumenischer Gottesdienst in Amsterdam

Am 30. Juni wurde in vielen Brüdergemeinen an die Abschaffung der Sklaverei in Surinam vor 150 Jahren erinnert. In den Gottesdiensten wurde die Erklärung der Kirchenleitung zur Geschichte der Sklaverei in Surinam und die Rolle der Mission der Brüdergemeine darin verlesen. Der zentrale Gottesdienst der Brüdergemeine und des niederländischen Kirchenrates fand am 1. Juli in Amsterdam (Koningskerk) statt.

Das Buch zum Gedenken

Mildred Uda-Lede hat 12 Personen interviewt. Sie sprach mit ihnen über die Bedeutung der Sklaverei für sie persönlich und über die Rolle der Kirchen in der Vergangenheit und in der Gegenwart in Bezug auf die Sklaverei. Alle Interviewpartner sind Mitglieder der Evangelischen Brüdergemeine und surinamischer Herkunft; sie sind Nachkommen von Sklaven oder von hindustanischen und javanischen Vertragsarbeitern. Das Buch »Unterwegs in Freiheit« (70 Seiten, Broschur, 3 Euro, zzgl. Porto) blickt bei weitem nicht nur zurück auf die Zeit vor und nach der Sklavenbefreiung in Surinam vor 150 Jahren. Die Interviews sind auch eine kritische Bestandsaufnahme der kirchlichen und gesellschaftlichen Situation von Immigranten in den Niederlanden sowie deren Zukunftshoffnungen und Visionen. Bestellungen: +49 (0) 35873 2253

Schulsachen für Kinder in Surinam

Schüler in einem spartanisch eingerichteten Klassenzimmer

Die Brüdergemeine in Surinam ist Trägerin vieler Schulen. Doch während die Lehrkräfte vom Staat finanziert werden, muss die Brüdergemeine allein für den Unterhalt und die Ausstattung der Gebäude, die Unterrichtsmaterialien und manchmal sogar für die Uniformen der Schülerinnen und Schüler sorgen. Denn längst nicht alle Eltern haben dafür die finanziellen Mittel; sie sind mit den Kosten überfordert. Nun hat die Brüdergemeine ein Programm aufgelegt, dass bedürftigen Kindern ein Starterset für den Schulbesuch anbietet. Damit möglichst viele Kinder aus sozial benachteiligten Familien dies bekommen, braucht die Brüdergemeine in Surinam Ihre Hilfe. Mehr ...