Keti Koti (»Zerbrochene Ketten«) ist der Name des Feiertags in Surinam, der am 1. Juli gefeiert wird und der an die Abschaffung der Sklaverei am 1. Juli 1863 erinnert.
Aktionen
1. Juli 2013, Amsterdam
Ökumenischer Gottesdienst in der Koningskerk
Mehr Informationen zu Keti Koti und den Aktivitäten der Brüdergemeine in den Niederlanden finden Sie hier (in Niederländisch).
Unterwegs in Freiheit
»Wir müssen alle wissen, was unsere gemeinsame Geschichte ist. Sowohl die guten als auch die schlechten Seiten davon«, sagt Erik Woerdings aus Den Haag. »Wir müssen lernen, damit umzugehen. Auch mit dem Schmerz, dass es für viele von uns um die eigenen Ur- und Ururgroßeltern geht, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen oder erlitten haben.« Zusammen mit 75 anderen Niederländern, Surinamern und Deutschen nahm er an der Konferenz der Brüdergemeine zum Gedenken an die Sklavenemanzipation in Surinam teil. Bis heute beschäftigen Erik Woerdings Fragen, wie mit dieser schmerzhaften Erinnerung umgegangen werden kann. »Wir müssen nach Mustern aus der Sklavereivergangenheit suchen, die bis in die Gegenwart hineinwirken und wir müssen damit abrechnen in unserem persönlichen Leben, im kirchlichen Umgang miteinander und in den Strukturen unserer Kirche. Wir müssen ehrlich sein miteinander und die Dinge nicht bagatellisieren. Selbst ein Kind von drei Jahren konnte auch in der Zeit der Sklaverei zwischen Mensch und Vieh unterscheiden. Menschen wie Vieh zu behandeln war und ist schlicht und einfach ein Verbrechen. Darum müssen wir Argumente wie ›so war damals der Zeitgeist‹ endlich hinter uns lassen.« Mehr ...
Keti Koti 1863-2013
Aus der Sklaverei in die Freiheit
Am 1. Juli 1863 wurde in Surinam (und auf den Niederländischen Antillen) die Sklaverei abgeschafft. Damals hatten schon seit fast 130 Jahren Herrnhuter Missionare unter den Sklaven im Land gearbeitet. Um Zugang zu den Plantagen zu bekommen, mussten sie gute Kontakte zu den Kolonialherren unterhalten. Ein zweifelhaftes Unternehmen: Die Mission wurde auch deshalb akzeptiert, weil christliche Sklaven als bessere und loyalere Arbeiter erschienen als andere. Andererseits waren es die Missionare, die durch ihr wirtschaftliches und pädagogisches Engagement zur Entwicklung der Sklaven beitrugen.
Die Brüdergemeine nimmt das Jubiläum zum Anlass, ein ehrliches und offenes Gespräch über eine Vergangenheit zu führen, die bis heute für viele Menschen schmerzhaft ist. Die Evangelische Brüdergemeine in den Niederlanden organisiert dazu zwischen dem 1. Juli 2012 und dem 1. Juli 2013 eine Anzahl Aktivitäten. Warum wir das machen, können Sie hier lesen.
Das Buch zum Gedenken
Mildred Uda-Lede hat 12 Personen interviewt. Sie sprach mit ihnen über die Bedeutung der Sklaverei für sie persönlich und über die Rolle der Kirchen in der Vergangenheit und in der Gegenwart in Bezug auf die Sklaverei. Alle Interviewpartner sind Mitglieder der Evangelischen Brüdergemeine und surinamischer Herkunft; sie sind Nachkommen von Sklaven oder von hindustanischen und javanischen Vertragsarbeitern. Das Buch »Unterwegs in Freiheit« (70 Seiten, Broschur, 3 Euro, zzgl. Porto) blickt bei weitem nicht nur zurück auf die Zeit vor und nach der Sklavenbefreiung in Surinam vor 150 Jahren. Die Interviews sind auch eine kritische Bestandsaufnahme der kirchlichen und gesellschaftlichen Situation von Immigranten in den Niederlanden sowie deren Zukunftshoffnungen und Visionen. Bestellungen: +49 (0) 35873 2253
Vorträge auf dem Weg zum 1. Juli 2013
30. Januar 2013, Rotterdam
»Die heimliche und menschenunwürdige Einfuhr von Afrikanern nach 1814 nach Suriname und ihre Bekehrung durch die Brüdergemeine«
Vortrag von Professor Humphrey E. Lamur
NL-3062 LE Rotterdam, Gemeindezentrum, Avenue Concordia 107, 19:30 Uhr
17. April 2013, Amsterdam
»Die Brüdergemeine und ihre Bildungsoffensive«
Vortrag von Dr. Frank Dragtenstein
Evangelische Brüdergemeine Amsterdam-Südost, 19:30 Uhr
Mehr Informationen über die Vorträge finden Sie hier





