Jan Hus – Lebensdaten und Fakten

(nach František Šmahel, Jan Hus, Prag 2013)

Aus der Provinz in die königlichen Stadt

Jan Hus wird nach 1370 wahrscheinlich im südböhmischen Husinec geboren, daher sein Name Hus. Schon während seiner Studien gibt dieser Gelegenheit zu dem Wortspiel Hus - Gans (tschechisch: husa). Hus stammt aus einfachen Verhältnissen. Vielleicht hat er auf Veranlassung seines Pfarrers als Vorbereitung für einen späteren kirchlichen Dienst die Lateinschule im nahegele­genen Prachatice besucht. Priester zu werden war häufig die einzige Chance gesellschaftlich aufzusteigen.

Etwa 1385 kommt Hus nach Prag, ein sicher einschneidendes Erlebnis. In der europäischen Metropole Prag werden damals an allen Ecken und Enden Kirchen und Paläste gebaut. Über 1000 Kleriker, über 1000 Angehörige der Universität bevölkern die Straßen und Gassen. Jan Hus wohnt in der Altstadt, wo sich Wohnheime und Lehrräume der Universität befinden.

Vom evangelischen Doktor Wyclif inspiriert

Hus legt 1393 an der artistischen (philosophischen) Fakultät die Bachelor- und 1396 die Magisterprüfung ab. Danach gehört er zum Lehrkörper der Universität, zwei Jahre später wird er ordentlicher Professor, 1401 wird er zum Dekan der Fakultät gewählt, ein verantwortliches, aber kein einträgliches und daher auch kein begehrtes Amt. In die philosophischen Diskussionen seiner Zeit (Universalienstreit) ist Hus involviert, aber nicht an vorderster Front. John Wyclif (geboren ca. 1330), dessen Schriften er begeistert aufnimmt, wird ihn dann vor allem als Theologe, als »evangelischer Doktor«, wie er genannt wird, in seinen Bann ziehen. Jan Hus' Hauptleidenschaft wird die Frage nach der Wahrheit des Evangeliums. Parallel zu seinen Aufgaben an der Universität beginnt er das Theologiestudium. Vermutlich im Jahre 1400 erhält Jan Hus die Diakonenweihe, wenig später wird er zum Priester geweiht. 1401 tritt er sein erstes Predigtamt an der Michaelskirche in Prag an.

Predigen fürs Volk

Zur dieser Zeit wechseln die Prediger an der 1391 als Predigtkirche gegründeten Bethlehems­kapelle häufig. Das geschieht etwa, wenn ein Prediger das Angebot einer einträglicheren Pfründe (mit Einkünften versehene Pfarrstelle) annimmt. An der Bethlehems­kapelle sind die Einkünfte bewusst begrenzt, damit die Hauptmotivation für die Predigttätigkeit nicht der Gelderwerb, sondern das Wort Gottes sei. Im Jahre 1402 wird Jan Hus Prediger der Bethlehemskapelle und erhält damit gemäß der Gründungsurkunde den Auftrag, in diesem »Haus des Brotes« »dem einfachen Volk Gottes Wort in einfachem Tschechisch zu predigen«. Schon in seinen ersten Predigten ertönt harsche Kritik an den kirchlichen Zuständen, der Unmoral, der Habgier vieler seiner Kollegen. Dennoch lebt jetzt auch Hus von Abgaben an die Großgrundbesitzerin Kirche, seine Einkünfte stammen von der bäuerlichen Bevölkerung eines Dorfes nahe Prag.

Reformen im Trend

Das erste Jahr von Jan Hus als Prediger an der Bethlehemskapelle ist ein bewegtes: Kriegerische Auseinandersetzungen finden zwischen Anhängern des in Wien inhaftierten Königs Václav (Wenzel) IV. und denen seines Bruders Zikmund, des Königs von Ungarn, statt. Neuer Erzbischof von Prag wird Zbyněk Zajíc z Hazmberku, der in seinen ersten Synodal­verlassen der Geistlichkeit u.a. prächtige Gewänder, ausschweifende Gelage verbietet und damit Hus und seinen Mitstreitern in die Hände zu spielen scheint, die die Kirche zu reformieren suchen. Gleichzeitig werden in der Universität nach einer leidenschaftlich geführten Disputation wichtige Schriften von John Wyclif unter Androhung der Exkommu­nikation und des Verlustes der Universitätszugehörigkeit verboten.

Hus wiederum wird an einer Untersuchung der wundertätigen Bluthostien von Bad Wilsnack beteiligt, die ein Verbot der Wallfahrten dorthin durch den Erzbischof 1405 zur Folge hat. Daraufhin schreibt Hus ein Traktat »Über das Blut Christi«, in dem er die theologische Unmög­lich­keit der Blutwunder und die diesem Volksbetrug zugrunde liegende Geldgier darlegt. Dieses Büchlein erreicht eine für damalige Zeit enorme Verbreitung.

Wandel beim Abendmahl und anderswo

Hier sind wir dann auch bei einem weiteren, von Wyclif angestoßenen Thema, das in Kürze zum Zerwürfnis der Reformkräfte mit dem Erzbischof führen wird: Wie ist es mit Brot und Wein beim Abendmahl? Werden sie »wirklich« zu Leib und Blut Christ? Ja, antwortet die dogmatisch korrekte Transsubstantiationslehre. Nein, besagt die Remanenzlehre: Brot und Wein bleiben auch nach den Einsetzungsworten, was sie sind. Ja und Nein, antwortet die damals gerade noch tolerierte Konsubstantiationslehre: Brot und Wein bleiben materiell Brot und Wein und sind gleichzeitig vollkommen Leib und Blut Christi. Stanislav ze Znojma, der in dieser Auseinandersetzung zunächst in vorderster Front steht, und Hus selbst werden zwar immer vorsichtig genug sein, nie die volle Remanenz zu behaupten, und dennoch klebt an der Bewegung von nun an der Verdacht dieser Irrlehre. 1408 verbietet ein Kardinalsedikt die meisten Wyclif'schen Schriften und auch einige von Stanislav ze Znojma.

Darüber hinaus verbietet der Erzbischof, in den Predigten fürs Volk die Geistlichkeit zu verunglimpfen, ebenfalls das Absingen »neuer Lieder«, wie es wohl vor allem in der Bethlehems­kapelle üblich war. Dass Hus selbst Lieder aus dem Lateinischen übersetzt oder selbst gedichtet hat, ist glaubhaft überliefert, aber nur bei wenigen ist seine Autorschaft unumstritten. Damit sind wir bei einem weiteren wichtigen Thema der ersten Reformation schon seit den Laienpredigern der Waldenser: der Predigt. Noch im Jahre 1408 untersagt der Generalvikar zwei Priestern das Predigen und überstellt einen von ihnen sogar der Inquisition, weil dieser u.a. Laien die freie Wortverkündigung zugestehe. Hus, der aus welchen Gründen auch immer, bei der Befragung zugegen war, verteidigt den Priester. Für Hus bleibt die Freiheit der Verkündigung des Evangelium ein zentrales Anliegen der Reformation.

Die nationale Frage - ein Machtspiel

Das Jahr 1409 bringt einschneidende Veränderungen für Prag. Im Januar verfügt Václav IV. das Kuttenberger Dekret, durch das die Stimmenverhältnisse der »Nationen« im Universitätsrat umgekehrt wurden. Hatte bisher jede Landesgruppe, die bayerische, die sächsische und die schlesische so wie die tschechische je eine Stimme, wird nun der einheimischen tschechischen mit einem Schlag das dreifache Gewicht und den drei deutschen Gruppen insgesamt bei universitätsinternen Abstimmungen nur noch eine Stimme zugestanden. Der Aufruhr ist verständlich, bedeutet das Dekret doch einen massiven Einschnitt in die Autonomie der Universität durch die Krone. Nach einigem Hin und Her machen die etwa 800 Universitäts­angehörigen aus deutschen Ländern ihre Drohung wahr und verlassen Prag. Ein Glück für Leipzig, wo in der Folge die Universität gegründet wird. Ein mächtiger Aderlass für die Prager Universität, die nie wieder ihre gesamteuropäische Bedeutung zurückerlangen wird.

Das Thema Reformation und Nationalität wird Hus noch auf seiner Reise nach Konstanz begleiten. Der Verdacht, sie habe gar nicht genuin theologische, sondern vor allem nationalistische Beweggründe wird der hussitischen Bewegung lange anhaften, zumal er durch nationalistischen Töne der Reformtschechen Nahrung erhält. König Václav IV. wiederum ist wenig an nationalen Ideen, noch weniger vermutlich an kirchenreformerischen Zielen interessiert, er verändert das Stimmenverhältnis in der Universitätsverwaltung vor allem deswegen, weil er auf einem zur Lösung der anhängigen Papstfrage angebahnten Konzil in Pisa als römischer König, sprich Kaiser bestätigt zu werden hofft - und nur die tschechische Universitätsnation ihm darin folgt.

Bücherverbrennung - wenig probat gegen Dissidententum

Es zeigt sich bald, dass auch die tschechische Universitätsgemeinde theologisch tief gespalten ist – und die Kämpfe um die reformatorischen Ideen John Wyclifs weitergehen. Während ältere Vertreter der Reformen wie Štěpan z Pálče sich zurückziehen oder gar Gegner der Bewegung werden, appellieren zunächst ein paar Studenten und jüngere Magister an den Papst gegen die wiederholte Aufforderungen, die Bücher Wyclifs zur Kontrolle abzugeben. Als der Erzbischof 1410 so weit geht, die Verbrennung aller 18 Bücher Wyclifs anzuordnen, kommt es noch einmal zu einem Protest, den Hus im Namen fast der gesamten universitären Gemeinschaft unterbreitet. An das Predigtverbot an »privaten Orten«, zu denen vor allem die Bethlehemskapelle zählt, fühlt sich Hus nicht gebunden und begründet dies mit den biblischen: »Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.« Dies Wort aus der Apostelgeschichte (5,29) wird seine Maxime bleiben. Die Antwort des Erzbischofs lässt nicht auf sich warten: Am 16. Juli 1410 brennen im erzbischöflichen Hof die Schriften Wyclifs, gleichzeitig kommt es in den Straßen Prags zu ersten Unruhen durch Unterstützer der Reformer, es wird von Tätlichkeiten gegen Priester berichtet.

Hus setzt als Antwort auf die Verbrennung der Schriften Wyclifs eine universitäre Disputation an. Als Einleitung verurteilt Hus Bücherverbrennungen als solche (Bücher von Ketzern solle man lesen, nicht verbrennen, außerdem habe der hoch geschätzte Aristoteles sehr viel Ketzerisches geschrieben). Darauf folgt die Verteidigung der Wyclif'schen Schriften durch eine ganze Reihe Prager Gelehrter.

Pflicht zum Widerstand

Inzwischen ist die Bethlehemskapelle zum Agitationszentrum der neuen Bewegung geworden, nicht mehr nur Volkspredigten, sondern auch Reden an die Universitätsgemeinde finden hier statt. Gleichzeitig beschäftigt sich Hus immer eingehender mit den theologischen und ekklesiologischen (die Kirche betreffenden) Schriften Wyclifs. Neben den komplizierten Betrachtungen, wer zur wahren Kirche, zur unsichtbaren Braut Christi, gerechnet werden kann, ist es vor allem die Frage der Autorität, die ihn bewegt: Da Christus das wahre Haupt der Kirche ist, ist alle innerweltliche Vollmacht des Klerus nur abgeleitet und also nur in seinem Sinne zu handhaben. Das führt konsequent zu einer Infragestellung der Gehorsamspflicht, ja zur Pflicht zum Ungehorsam gegenüber Anordnungen kirchlicher Vorgesetzter, die nicht mit Gottes Willen übereinstimmen. Weil Christus sagte: Geht und predigt das Evangelium, kann Hus der päpstlichen Bulle nicht Folge leisten und das Predigen aufgeben.

Zwischen weltlicher und kirchlicher Macht

Hus' und anderer Appellation gegen die Verurteilung der Schriften Wyclifs 1410 kann als der Beginn des Prozesses nach den Regeln des kanonischen Rechtes gesehen werden, von nun an steigert sich das Tempo des Geschehens. Wegen Nichterscheinens vor der Kurie wird Hus mit dem Bann belegt. Anfang 1411 verteidigt König Václav IV. die in Zweifel gezogene Recht­gläubigkeit des Königsreich Böhmen auf seine Weise: Er lässt in Prag in großem Maßstab Kirchenschätze konfiszieren. Daraufhin exkommuniziert der Erzbischof die königlichen Gesand­ten und die Prager Stadträte und bedroht weite Teile des Landes mit Predigtverbot. Sein Angebot an bußfertige Adlige, sich ihm im Kampf gegen die Ketzerei anzuschließen, wird enttäuschend wenig angenommen. Der Landtag lobt zwar den König nicht für die Enteignungen, begrenzt aber die Macht der Kirche auf innerkirchliche Angelegenheiten. Daraufhin verhängt der Erzbischof das Interdikt (Predigt- und Kasualverbot) über ganz Prag und Umgebung. Der König wiederum verbietet bei Strafe des Verlustes der Pfründe das Interdikt zu befolgen. Ein Schiedsspruch des Königs, nach dem selbst die Feststellung, was Ketzerei ist, abschließend nur vom König getroffen wird, wird nicht mehr umgesetzt, da der Erzbischof 1411 stirbt.

Verantwortung

Fast unglaublich ist es, wie Hus zur selben Zeit universitäre Aufgaben übernimmt, beispielsweise die Organisation des Quodlibet 1411, eines gelehrten mehrwöchigen Redewettstreites, der intensive Vorbereitungen erforderte. Deutlich wird bei dieser Gelegenheit, wie Hus im Bewusstsein der Spannungen bemüht ist, keine größeren Skandale zu provozieren. Anders sein Mitstreiter Jakoubek ze Stříbra, der die Gelegenheit zu einem Hieb in Richtung Papst nutzt. Andererseits sieht Hus es auch als seine Verantwortung, die reformerische Bewegung argumentativ zu unterstützen. Er tut dies, indem er die Menschen bewegende Fragen, beispielsweise »Soll man an den Papst glauben?« theologisch sorgfältig und auch für Laien verständlich beantwortet: Nein, an den Papst ist nicht zu glauben, glauben sollen wir ausschließlich an Gott. Dass der Papst auf Erden Stellvertreter Christi ist, kann man glauben, doch nur, solange er sich auch so verhält.

Sündenvergebung für Finanzierung von Mord

In jungen Jahren hatte auch Hus versucht, durch Ablasskauf und Wallfahrt der Sündenver­gebung gewiss zu werden. Als nun der Papst einen Ablass ausruft, mit dessen Ertrag er einen Krieg gegen den König von Neapel finanzieren will, kommt es zu Demonstrationen und Spottgesängen auf den Straßen von Prag. Hus predigt nicht nur, sondern hält auch eine mehrstündige Universitätsvorlesung zum Thema, recht vorsichtig übrigens und im Großen und Ganzen übereinstimmend mit der katholischen Lehre: Wo Sündenvergebung gegen Geld versprochen wird, das zum Töten von Christen verwandt wird, stellt sich der Papst außerhalb des Willens Gottes.

Diesmal aber stehen die Machtverhältnisse ungünstig für Hus: Der König, der Anteile am eingesammelten Ablassgeld erhält, erklärt die Ablasssammlungen für erlaubt, ja verbietet alle Aktivitäten dagegen. Die Spannungen steigen und es kommt in Prag zu Straßenunruhen, an denen sich außer Studenten auch Handwerker und Lehrlinge beteiligen. Drei der Lehrlinge werden festgenommen und - obwohl man Hus gegenüber versichert, ihnen nichts anzutun - am 10. Juli hingerichtet. In feierlichem Zug werden sie als erste Märtyrer der hussitischen Bewegung in die Bethlehemskapelle getragen.

Ehemänner dürfen Kinder zeugen - Diakone und Priester predigen

Was schwerer wiegt: In dieser Situation bewirken zwei ehemalige Mitstreiter von Hus, Páleč und Stanislav ze Znojma, eine weitere universitäre Verurteilung von diesmal 45 ausgewählten Artikeln Wyclifs und 6 angeblichen Ketzereien von Hus - und veranlassen den König, diese Verurteilung noch im Juli 1412 mit allem Nachdruck durchzusetzen. Trotz der realen Gefahr, als Verteidiger der Ansichten Wyclifs hingerichtet zu werden, organisiert Hus noch einmal eine Verteidigung von Wyclifs Artikeln, allerdings nehmen außer ihm nur zwei Mitstreiter daran teil, Jakoubek ze Stříbra und Friedrich Eppinge, ein Jurist aus Dresden. In dieser letzten univer­si­tären Veranstaltung geht es vor allem um zwei Hauptpunkte der Reform: die Freiheit der Predigt des Wortes Gottes und eine arme, auf ihre geistliche Macht beschränkte Kirche.

Arbeit im Untergrund, Glauben einfach gesagt

Nachdem über Hus der Bann ausgesprochen war und bei seinem Verbleib in Prag der Stadt das erneute Interdikt drohte, zog er sich im Herbst 1412 auf Schösser befreundeter Adliger zurück, schrieb von daher Briefe an seine Anhänger in Prag, darüber hinaus für Prediger auf dem Land, in einfacher Sprache gehaltene Auslegungen des Glaubensbekenntnisses, der Zehn Gebote und des Vaterunsers, aber auch zu strittigen Themen wie dem Kauf und Verkauf von kirchlichen Ämtern. Eine vom König, dem an innerstaatlichem Frieden und dem Ruf seines Königreiches gelegen ist, anberaumte Vermittlungsverhandlung im Frühjahr 1413 zwischen Hus und seinen Anhängern auf der einen und den Theologen der Universität auf der anderen Seite scheitert an der Beharrung der theologischen Gegner von Hus, die am liebsten selbst das Singen tschechischer Lieder im Gottesdienst verboten wissen wollen. Der König verweist die Theologen daraufhin des Landes.

Was sein tschechisches Schrifttum anlangt, wird die Zeit im Untergrund für Jan Hus außerordentlich produktiv. Hier hat er die Ruhe, die er zum Schreiben braucht, hier lenken ihn keine universitären Verpflichtungen ab. Hier erkennt er auch, dass die Reformation nur dann eine Chance hat, wenn die einfache Priesterschaft in den biblischen und theologischen Grundlagen besser geschult wird. Für sie vor allem, als die künftigen Vermittler der reformato­rischen Wahrheiten schreibt er seine Traktate, Postillen (Predigtsammlungen) und Lieder. Für sie führt er in seinen Texten die vereinfachende Schreibweise des Tschechischen mit Pünkt­chen (aus cz wird ċ, später č) ein. Vermutlich entsteht auch die zweite Revision einer tschechischen Bibelübersetzung im Umfeld von Jan Hus, ob und wie viel er zu ihr beiträgt, ist nicht belegt.

Trotz all seiner katechetisch ausgerichteten Arbeit führt Jan Hus auch in dieser Zeit die Auseinandersetzungen mit seinen Gegnern fort und beendet u.a. als eine seiner wichtigsten Schriften die Arbeit »Von der Kirche«. Seine Gegner, die innerhalb von Böhmen in ihrer Bekämpfung des Ketzers Jan Hus und seiner Bewegung nicht weiter kommen, da König Václav (Wenzel) IV. keine Unruhe im Lande möchte, gehen auf die internationale Bühne - mit der bekannten Folge, dass Hus zu dem nach Konstanz einberufenen Konzil vorgeladen wird. Er wird hinfahren, in der von vornherein irrigen Hoffnung, dort mit gelehrten Kirchenmännern über seine biblischen und theologischen Einsichten zu sprechen.

Am 6. Juli 1415 wird Jan Hus in Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

 

© Evangelische Brüder-Unität 2015

 

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