225 Jahre Lacke aus Niesky

Zu den Wirtschaftsbetrieben der Brüder-Unität gehört seit Ende des 19. Jahrhunderts die Lackmanufaktur Höpner in Niesky. Seit 225 Jahren werden dort Lacke und Farben produziert. Sie gilt damit als eines der ältesten Unternehmen der Branche.

Höpner Lacke GmbH

Die Firma Höpner Lacke GmbH – früher Birk & Co. – in Niesky blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück. Als Gründungsjahr der Lackfabrikation wird das Jahr 1787 angesehen. Die Geschichte des Unternehmens geht in seinem Ursprung als Eisenhandlung auf den aus Schweden stammenden Gabriel Hörnberg zurück, der 1752 in die erst zehn Jahre alte Siedlung der Brüdergemeine Niesky kam und 1759 mit einer Eisenwarenhandlung konzessioniert wurde. Sein Nachfolger, der Däne Peter Birk, der das Geschäft 1787 übernahm, begann unmittelbar danach mit der Herstellung von Lacken und lackierten Eisenwaren. Zu Beginn des 19. Jahrhundert erfolgte die Übergabe der Eisenhandlung und der Lackproduktion in die Hände der Brüdergemeine Niesky. Die Firma erhielt 1884 den Namen »Höpner & Co.« und ging 1895 in die Verantwortung der Evangelischen Brüder-Unität über. 1991 erfolgte die Umwandlung in eine GmbH, alleiniger Gesellschafter ist die Brüder-Unität. Heute produziert die Höpner Lacke GmbH mit elf Mitarbeitern jährlich rund 500 Tonnen unterschiedliche Beschichtungsstoffe.

Seit der Gründung der Brüdergemeine 1727 in Herrnhut ist das wirtschaftlich-unternehmerische Handeln Teil der Kirche. Die feste Integration von privaten und gemeinschaftlichen Wirtschaftsbetrieben in das Leben der Brüdergemeine führte zur Ausbildung einer eigenen Herrnhuter Wirtschaftsethik. Bereits 1765 legte die Brüdergemeine sehr klare Grundsätze für ihre wirtschaftliche Arbeit fest: »Die Grundlage unseres ganzen Commercii ist die aufrichtige, ehrliche und – so viel möglich – auf beiden Seiten vorteilhafte Bedienung unseres Nächsten«.

»Auch heute geht es den Wirtschaftsunternehmen der Brüder-Unität nicht um Profitmaximierung«, sagt Holger Perske, Mitglied der Kirchenleitung und für Finanzen und Vermögen zuständig. »Sondern wir sehen in diesen Betrieben eine Möglichkeit, auch im wirtschaftlichen Leben Grundsätze christlicher Sozialethik zur Geltung zu bringen und zu bewahren. In unserer Kirchenordnung haben wir formuliert: Die Arbeit soll durch Wahrhaftigkeit, Treue und soziale Gesinnung bestimmt sein«.