Dienstag, 28. April 2015

Margot Käßmann in Herrnhut

Margot Käßmann im Kirchensaal in Herrnhut

Zu einem Vortrag über zwei herausragende Personen der Reformationsgeschichte war am Montag, 27. April, Prof. Dr. Margot Käßmann nach Herrnhut gekommen. Auf Initiative von Michael Kretschmer, MdB (CDU), und auf Einladung der Stadt Herrnhut und der Ev. Brüdergemeine Herrnhut sprach Frau Käßmann als Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017 über die Bedeutung des 600. Todestages von Jan Hus, der 1415 in Konstanz als Ketzer verbrannt wurde, und des 500-jährigen Jubiläums des Thesenanschlags Martin Luthers 1517 in Wittenberg.

Als ein Vermächtnis beider Reformatoren hob sie die Idee des »gebildeten Glaubens« hervor - beide setzten sich für den Gottesdienst und die Bibel in der Sprache des Volkes ein. Als sie dieses reformatorische Anliegen mit den Worten »Du darfst selber denken!« auf den Punkt brachte, gab es spontanen Beifall aus dem vollbesetzten Saal.

Frau Käßmann hatte sich für ihren Herrnhut-Besuch extra etwas mehr Zeit genommen. So hatte sie Gelegenheit, am Nachmittag typische herrnhutische Orte zu besuchen, wie den Gottesacker oder den Vogtshof, aber auch das Stationäre Hospiz »Siloah«. 

Nach dem Vortrag präsentierte sich der erst vor kurzem gegründete Verein »Freunde und Förderer des Herrnhuter Kirchensaals e.V.« mit einem Imbissstand. Am Stand der Comenius-Buchhandlung konnten Bücher von Margot Käßmann erworben werden, die sie signierte.

Zu dem Vortrag waren über 600 Gäste in den Kirchensaal der Brüdergemeine gekommen. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde um eine Spende für die deutsch-tschechische Partnerschaftsarbeit der Brüdergemeine gebeten. Aus aktuellem Anlass wird ein der Teil der Kollekte an die Opfer des Erdbebens in Nepal weitergeleitet.

Die Herrnhuter und ihre Gäste waren beeindruckt von der kraftvoll, mit Herz, Verstand und Witz auftretenden Botschafterin für das Reformationsjubiläum und sind sich sicher, dass mit ihr ein weiter ökumenischer Horizont über dem Jubiläum gespannt ist, unter dem nicht zuletzt auch Jan Hus und sein Vermächtnis ihren festen Platz haben. Beim Abschied sagte Margot Käßmann, dass sie Herrnhut als einen sehr gastfreundlichen Ort erlebt habe.