Mittwoch, 11. März 2015

Beziehungen wollen gepflegt werden

Foto: Åsa Nausner

Mitglieder der Kirchenleitungen der Evangelischen Brüder-Unität und der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) trafen sich zum Austausch über theologische Themen in Reutlingen.

In der Theologischen Hochschule Reutlingen kamen vom 4. bis 6. März Mitglieder der Kirchenleitungen der Evangelischen Brüder-Unität (Herrnhuter Brüdergemeine; EBU) und der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zusammen. Im Mittelpunkt stand dabei der Austausch über theologische Themen. Außerdem wurden Möglichkeiten der Zusammenarbeit in der theologischen Aus- und Weiterbildung erörtert.

Das Treffen in Reutlingen setzte einen Konsultationsprozess fort, der im Dezember 2012 in Herrnhut begonnen hatte. Beide Kirchen hatten damit an die Begegnung und den theologischen Austausch ihrer Gründungspersönlichkeiten Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf und John Wesley aus dem Jahr 1741 angeknüpft. »Es dauerte viele Jahre, bis wir uns 2012 erstmalig zu einer bilateralen Begegnung trafen«, sagte Johannes Welschen, Pfarrer der Brüdergemeine aus Zeist (Niederlande) und Vorsitzender der Direktion der Brüder-Unität. »Seither besuchen wir uns gegenseitig bei Synoden und Konferenzen und vertiefen das Wissen übereinander, um voneinander zu lernen.«

Bei einem Gemeindeabend in der EmK in Mössingen bei Reutlingen stellte sich die EBU vor. Benigna Carstens, Mitglied der Kirchenleitung der EBU aus Herrnhut, sprach über die Losungen und erzählte von neuen Projekten wie den »Losungen für junge Leute« und den Aktivitäten zur Erinnerung an den tschechischen Reformator Jan Hus, der vor 600 Jahren in Konstanz hingerichtet wurde. Anlässlich dieses Gedenkens hat die EBU einen Predigtpreis ausgelobt. Raimund Hertzsch, Mitglied der Kirchenleitung der EBU aus Bad Boll, berichtete von internationalen EBU-Projekten in Tansania (Ostafrika) und in der Nähe von Ramallah (Palästinensisches Autonomiegebiet im Westjordanland).

»Wir haben große Übereinstimmung in der Frömmigkeitspraxis und in der Theologie«, sagte Bischöfin Rosemarie Wenner am Rande der Konsultation. »Unsere beiden Kirchen sind international vernetzt und können voneinander lernen, wie wir dieses Merkmal für die Arbeit in Deutschland fruchtbar machen können.« Sie regt an, dass EmK-Gemeinden, die in ihrer Nachbarschaft Gemeinden der Herrnhuter Brüdergemeine haben, »auf die Geschwisterkirche zugehen, um der Kirchengemeinschaft auch vor Ort Gestalt zu geben.«

 

Homepage der Evangelischen Brüder-Unität: www.herrnhuter.de/

Brüdergemeinen in Deutschland: www.ebu.de/brueder-unitaet/gemeinden/

Predigtpreis der EBU zum Hus-Jubiläum: www.ebu.de/brueder-unitaet/geschichte/alte-brueder-unitaet/jan-hus/predigtpreis

Homepage der Evangelisch-methodistischen Kirche: www.emk.de

Gemeinden der EmK in Deutschland: www.atlas.emk.de/index.php?id=startseite-gemeindeatlas

 

Die Evangelisch-methodistische Kirche ist eine evangelische Freikirche, die aus einer Erweckungsbewegung unter den führenden Persönlichkeiten John und Charles Wesley in England im 18. Jahrhundert hervorging. Durch Rückwanderer aus England und den USA fasste die EmK auch in Deutschland Fuß. Zur EmK in Deutschland zählen sich ca. 53.000 Glieder und Angehörige in rund 500 Gemeinden.

 

Die Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine ist eine evangelische Freikirche. Sie ist der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angegliedert und zugleich Gastmitglied in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF). Die Brüdergemeine vereint Gemeinden und Werke in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Dänemark, Schweden, Estland, Lettland und Albanien. Sie ist eine der weltweit 28 Provinzen der Brüder-Unität (Unitas Fratrum, Moravian Church).