Montag, 14. April 2014

Die Losungen als Familienerbe

Acht Mitglieder der Familie Vallisaari aus Helsinki hatten einen ganz besonderen Grund, Mitte April einen Familienausflug über rund 1500 Kilometer aus ihrer Heimat in Finnland nach Herrnhut zu machen. Ihr Ur-Großvater Konrad Aleksis Hougberg ist 1905 der erste gewesen, der die Losungen in finnischer Sprache unter dem Namen Päivän Tunnussana (wörtlich: tägliches Passwort) herausgegeben hat. Der Verlag ist bis heute der gleiche, er heißt Karjalan Evankelinen Seura, die Evangelische Gesellschaft von Karelien. Die Gruppe hatte ein umfangreiches Herrnhut-Programm mit Besuch der Herrnhuter Sterne GmbH, das Saales im Vogtshof, des Gottesackers und der Unitätsausstellung. Aber auch der Skulpturenpfad zwischen Herrnhut und Großhennersdorf, die Gebetssingstunde am Samstag und der Familiengottesdienst am Sonntag, der von Bewohnern und Mitarbeitern der Herrnhuter Diakonie gestaltet wurde, gehörten dazu. Leena Vallisaari, Reiseleiterin, Dolmetscherin und Mitglied der Familie erzählte, dass in ihrer Familie immer noch alle Kinder und Enkel Jahr für Jahr Losungen geschenkt bekommen. »Wer die Losungen nicht hat, kann eigentlich nicht zur Familie gehören« sagte sie mit einem Schmunzeln. Und ohne die Losung aus Psalm 37 »... und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen« an einem Sonntag im Frühjahr 1945 wären ihre Eltern vielleicht kein Paar geworden.