Sonntag, 27. Oktober 2013

Die Jahreslosung auf dem Asphalt

»WIR HABEN HIER KEINE BLEIBENDE STADT, SONDERN DIE ZUKÜNFTIGE SUCHEN WIR (HEBRÄERBRIEF KAPITEL 13 VERS 14)« Die Jahreslosung für dieses Jahr in Großbuchstaben war am zweiten Oktober-Wochenende immer wieder auf den Straßen in und um Herrnhut zu lesen, und zwar buchstäblich unter den Rädern, denn die Schrift verlief genau auf der Mitte der Fahrspur, zwischen den Rädern der Autos. Kraftfahrer hatten somit die beste Leseposition, aber auch vom Gehweg aus war die Botschaft gut zu lesen, denn jeder einzelne Buchstabe war etwa einen Quadratmeter groß.

Im Prinzip kann man jeden beliebigen Text schreiben lassen, aber der Spruch vom »nicht Bleibenden« eignete sich noch einmal ganz besonders für die verwendete Technik mit dem Namen »bit.course«, weil ähnlich wie ein Tintenstrahldrucker die Zeichen mit Wasser auf den Boden gesprüht werden. Sie vergehen nach einer Weile – an heißen Tagen sind sie also nur kurz zu lesen. Die Maschine, die ein Leipziger Künstler konstruiert hat, ist an einen Tränkewagen montiert, gezogen von einem Traktor, der auch zwei Mitfahrerplätze bietet. Am Steuer saß der Künstler Mike Salomon (www.obart.eu) aus Radibor.

Die Aktion in Herrnhut war der Abschluss eines mobilen Kunstprojektes »Kulturbotschaften«, das seit dem 15. Juli in Deutschland unterwegs war. Es ist nicht bekannt, inwieweit Herrnhuter Bürger die Aktion als direkte Prophezeiung für ihre Stadt verstanden haben.