Mittwoch, 5. Dezember 2012

Japan fördert Behindertenarbeit in Palästina

Der japanische Botschafter Junya Matsuura und Ghada Naser, Leiterin des Förderzentrums »Sternberg« haben die Vereinbarung unterzeichnet. Im Beruflichen Bildungszentrum lernen behinderte Frauen auch nähen

Die japanische Regierung fördert den Neubau eines Beruflichen Bildungszentrums auf dem »Sternberg« nahe Ramallah (Palästina) mit 123.000 US-Dollar. Die feierliche Unterzeichnung des Zuwendungsbescheides fand am 3. Dezember in der japanischen Vertretung in den Palästinensischen Autonomiegebieten in Ramallah statt.

»Wir sind sehr dankbar, dass die japanische Regierung diese wichtige Arbeit in Palästina unterstützt«, sagt Pfarrer Frieder Vollprecht, Mitglied der Kirchenleitung der Brüder-Unität und Vorsitzender der Herrnhuter Missionshilfe. »Kinder und Jugendliche mit Behinderungen haben in der palästinensischen Gesellschaft einen schweren Stand. Auf dem Sternberg versuchen wir ihnen und ihren Familien Perspektiven für ihr Leben zu geben.«

Im Beruflichen Bildungszentrum werden 30 junge Männer und Frauen mit landwirtschaftlichen und hauswirtschaftlichen sowie kunsthandwerklichen Arbeiten vertraut gemacht. »Das soll ihnen helfen, später ihren Lebensunterhalt ein Stück weit selber zu verdienen und dadurch einen anerkannten Platz in der Gesellschaft zu bekommen«, erklärt Frieder Vollprecht. Schon mehrfach ist es gelungen, Jugendliche vom Sternberg in ein festes Beschäftigungsverhältnis zu übernehmen oder zu vermitteln. »Die Jugendlichen tragen mit ihrer Sorge für die Olivenbäume sowie die Thymianpflanzen dazu bei, dass unter anderem Olivenöl, Olivenseife sowie die Gewürzmischung Za’tar hergestellt werden kann.«

»Sternberg« erhält 123.000 US-Dollar für Bildungszentrum

Der Neubau des Beruflichen Bildungszentrums war nötig geworden, weil die bisher dafür genutzten Räumlichkeiten 2011 durch eine Rattenplage unbrauchbar wurden. Der Neubau wird rund 300.000 Euro kosten. Durch die Zuwendung der japanischen Regierung in Höhe von 123.065 US-Dollar sind rund 40 Prozent der Baukosten gesichert. Das neue Gebäude wird vier Arbeitsräume und eine multifunktionale Halle beherbergen. In ihm werden die Jugendlichen mit geistiger Behinderung dann bessere Arbeits- und Lernbedingungen haben.

Junya Matsuura, Botschafter für palästinensische Angelegenheiten und Vertreter Japans in den Palästinensischen Autonomiegebieten, betonte in seiner Rede, Japan stehe fest an der Seite des palästinensischen Volkes. Das beträfe sowohl das Wirken für die Sicherheit der Menschen als auch die Umsetzung sozialer und wirtschaftlicher Entwicklungsprojekte in den palästinensischen Städten und Dörfern. Seit 1993 hat Japan die Palästinenser mit etwa 1,3 Milliarden US-Dollar unterstützt.

Das Förderzentrum »Sternberg« (»Star Mountain Rehabilitation Center«) ist ein Werk der weltweiten Brüder-Unität. Rund 300 Kinder und Jugendliche mit Behinderungen werden in vier Bereichen betreut, gefördert und begleitet: Förderschule, Berufliches Bildungszentrum, Integrativer Kindergarten und Dorfarbeit (Ambulanter Sozialdienst). Rund 40 palästinensische Mitarbeitende – etwa zur Hälfte Muslime, zur Hälfte Christen – arbeiten dort. Der »Sternberg« möchte mit seinem Dienst ein Zeichen christlicher Nächstenliebe setzen – gerade in einer Region, die seit Jahrzehnten auf Gerechtigkeit und Frieden wartet. Die Herrnhuter Missionshilfe nimmt im Auftrag der weltweiten Brüder-Unität die Begleitung des »Sternberg« wahr.