Sonntag, 3. Juni 2018

Synode der Europäisch-Festländischen Brüder-Unität beendete einwöchige Tagung in Herrnhut

78 Delegierte aus 8 Ländern, die meisten aus Deutschland und den Niederlanden, berieten einen »Strategieplan Brüdergemeine 2027«. Initiativen zum interreligiösen Dialog wurden angestoßen, ebenso wie die Beschäftigung mit dem veränderten Miteinander in der weltweiten Brüder-Unität. Die Gemeinden sollen darin unterstützt werden, über drängende gesellschaftliche Themen gesprächsfähig zu werden. Die Flüchtlingsarbeit soll weiterentwickelt werden.

Die Synode wurde gleich zu Beginn überschattet vom tödlichen Unfall eines Delegierten aus den Niederlanden bei der Anreise nach Herrnhut. Damit Delegierte zum Begräbnis reisen konnten, wurde die Tagung etwas verkürzt; dennoch schaffte die Synode ihr Programm. 

Diese Tagung der Synode, die nach Wahlen zu etwa 50% neu zusammengesetzt ist, war die erste digitalisierte Synode. Alle Unterlagen wurden den Synodalen auf ihren Endgeräten zur Verfügung gestellt, der Papierverbrauch konnte so spürbar verringert werden. Die Kirche will diesen Weg weitergehen und sich z. B. auch um digitale Archivierung und Vernetzung bemühen. Checklisten zur Nachhaltigkeit sollen auf allen Ebenen zur Praxis werden.

Durch alle Diskussionen zog sich als grundlegendes Anliegen die Betonung der missionarischen Ausstrahlung ins eigene unmittelbare Umfeld. Außerdem sollen junge Menschen mehr Platz in Gremien und Entscheidungsprozessen erhalten. Das Verhältnis zwischen den »großen« Regionen (NL und D) und den »kleinen« Regionen trat ebenfalls als Thema hervor.

 

Information zum Hintergrund

Die europäisch-festländische Provinz der Brüder-Unität umfasst Gemeinden in 8 europäischen Ländern: Albanien, Dänemark, Deutschland, Estland, Lettland, Niederlande, Schweden, Schweiz. Synoden der EFBU tagen alle zwei Jahre für eine Woche an wechselnden Orten. Die vorige Tagung war in Bad Boll, 2014 fand sie in Zeist (NL) statt. Der Ort für die nächste Synode 2020 steht noch nicht fest.

Die Brüder-Unität ist in allen Ländern vielfach ökumenisch verbunden. Sie ist Gründungsmitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen (WCC) und Mitglied in GEKE und CEC. In Deutschland arbeitet sie in der ACK mit, sie ist der EKD angegliedert und hat einen ständigen Gaststatus in der VEF.