Montag, 17. Oktober 2016

Ministerpräsident Tillich besuchte Herrnhut

Stanislaw Tillich und seine Gattin in Herrnhut. Pfarrerin Jill Vogt (rechts) erklärt die Besonderheiten des Gottesackers.

Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, ist am Sonntag 16. Oktober zu einem kurzen Besuch der Brüdergemeine in Herrnhut begrüßt worden. Auf einem Rundgang ließ er sich über die Geschichte der kleinen, aber weltweit verbreiteten Kirche informieren, die vor fast 300 Jahren hier entstand. In der Ausstellung »Von Herrnhut in die Welt« erfuhr er von der Gründung der Gemeinde durch Flüchtlinge aus Mähren (Tschechien) und von der starken missionarischen Wirksamkeit auf allen Kontinenten, wodurch die Kirche, die außerhalb Kontinentaleuropas den Namen »Moravian Church« bzw. »Iglesia Morava« trägt, über lange und intensive Erfahrungen in Migration und interkulturellem Austausch verfügt. Im Unitätsarchiv erläuterten die Leiterin und der stellv. Leiter die weit über die Grenzen Deutschlands hinaus reichende Arbeit ihrer Einrichtung. Lubina Mahling informierte Stanislaw Tillich, der selber Sorbe ist, über die Bedeutung der Archivbestände für die Erforschung der sorbischen Geschichte. Mitglieder der Kirchenleitung dankten dem Ministerpräsidenten für sein Eintreten gegen Fremdenfeindlichkeit und überreichten ihm in diesem Zusammenhang das »Wort der Ermutigung gegen Hass – für Begegnung und Vielfalt«, mit dem die Synode im Mai ihre Position in der Flüchtlingsfrage bekräftigt hatte, verbunden mit den besten Wünschen für den Gast, der in diesen gerade nicht einfachen Zeiten auch persönlich Ermutigung brauchen könne.