»Huruma« gegen AIDS

Ein Herrnhuter Projekt in Tanzania

Die Landschaft um Matema am 580 Kilometer langen Malawisee und zu Füßen der 2.400 Meter hohen Livingstone-Berge gleicht einem Paradies. Und doch herrscht hier im Südwesten Tanzanias große Armut und es grassiert »die Krankheit unserer Zeit«, wie HIV/AIDS in Tanzania oft genannt wird.

Matema liegt im Südwesten Tanzanias am malerischen Malawisee

Eine Hand voll Frauen um die Krankenschwester und Apothekerin Rehema Mwakalo hat diesen Nöten den Kampf angesagt. 2007 begannen sie mit einem Projekt, das sie »Huruma« (Barmherzigkeit) nannten. Mit dem Projekt werden aktuell etwa 200 Kinder und Jugendliche sowie deren Familien erreicht, die als Waisen, Witwen oder Pflegeeltern von HIV/AIDS betroffen sind und teilweise selbst mit dem HI-Virus infiziert sind.

»Huruma« gewährleistet, dass bedürftige Kinder eine Schule besuchen und mit Hilfsgütern versorgt werden können (Kleidung, Schulhefte und -bücher, Seife, Bettlaken). Es hat auch die geistliche und materielle Not der Witwen und Pflegefamilien im Blick.

Engagiert für AIDS-Waisen

Rehema Mwakalo

An der geschotterten Straße in Matema, fast am Ende des Dorfes, steht ein kleines Haus. Es ist die Dorfapotheke. Sie gehört Rehema Mwakalo, einer 52jährigen Krankenschwester, die 2007 das Projekt »Huruma« gegründet hat. Gemeinsam mit anderen Frauen kümmert sie sich um AIDS-Kranke und -Waisen, um Familien, die von HIV/AIDS betroffen sind. Sie kennt die Schicksale und sie gehört zu ihnen: als Ersatzmutter für sechs AIDS-Waisen. Zwei ihrer Brüder und deren Frauen sind an HIV/AIDS gestorben und haben ihr diese sechs Kinder hinterlassen. Rehema selbst hat drei Kinder, zwei sind bereits erwachsen. Seit 2010 arbeitet Rehema Mwakalo im Krankenhaus der Brüdergemeine in Isoko. »Huruma« begleitet sie weiterhin als Leiterin.

Wenn Pflanzen zum Segen werden

Frauen in Matema

Medizinische Arbeit in Tanzania 

Im Krankenhaus in Isoko arbeitet ein kleines medizinisches Team zum Wohl der Bevölkerung. Eine der Hauptkrankheiten in der Region ist Malaria, an der in Tanzania jährlich bis zu 80.000 Menschen sterben. Es ist schwierig, an moderne Medikamente zu gelangen, aber auch, sie bezahlen zu können. Und die Frage der Wirksamkeit durch die Ausbildung von Resistenzen macht das Problem noch schwieriger. Nun gibt es in der Region eine natürliche Heilpflanze, Artemisia annua, die gute Resultate in der Prophylaxe, aber auch der Behandlung erzielt.

Seit 2008 werden Heilpflanzen-Seminare in den Dörfern um Isoko veranstaltet. Rehema Mwakalo ist die treibende Kraft hinter dieser Idee und der Nutzung von Heilpflanzen auch bei anderen Krankheiten.